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Milchproduktion

Milchpreis: Ife-Institut erwartet Stabilisierung

© Anna K/fotolia
von , am
13.06.2012

Frankfurt - Der Kieler Rohstoffwert für Milch ist im Mai weiter um 1,6 Cent gefallen. Das Ife-Institut erwartet jedoch keinen weiteren Rückgang. Eine Preisbefestigung zeichne sich ab.

Im Januar 2015 legte der Rohstoffwert seit langem mal wieder etwas zu. © robynmac/fotolia
Der Rohstoffwert für Milch hat mit 23,9 Cent (ab Hof, 4 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß) den niedrigsten Wert seit März 2009 erreicht. Im Vergleich zum Mai 2011 liegt er 10,9 Cent je kg niedriger, wie das Kieler ife-Institut mitteilte. Verursacht habe diesen Rückgang der Absturz der Butterpreise, der durch die mittlerweile eingetretene leichte Befestigung bei Magermilchpulver nicht kompensiert werden konnte.
 
Im Juni ist allerdings nach Einschätzung des ife-Instituts kein weiterer Rückgang zu erwarten, denn die Preise für Butter haben sich auf dem derzeitigen Niveau stabilisiert, und Magermilchpulver tendiert fest. Auch Magermilchkonzentrat sowie Industrierahm sind bereits etwas teurer geworden. Falls diese Rahmenbedingungen sich halten, könnten die Preise für lose Butter und Magermilchpulver wieder nach oben gehen, so das Institut.

Gründe für die Befestigung

Für die bisher schon eingetretene Befestigung sieht das Institut vier Gründe: Zum einen gehen die deutschen Milchanlieferungen seit Mitte Mai laut den jüngsten Meldungen der ZMB schneller zurück. Zum Zweiten haben die Preissenkungen der Nachfrage gut getan, so dass das höhere Angebot an Milchfett aus der angelieferten Milch in größeren Mengen, sowohl in Form von Butter als auch von Rahm seinen Markt findet. Drittens können Milchprodukte aus der EU im Wettbewerb am internationalen Markt durch den gesunkenen Euro-Kurs besser bestehen. Und viertens hat die anhaltend gute Nachfrage nach Käse die Bestände in den Reifelagern schrumpfen lassen, sodass in der nächsten Zeit mit mehr Rohstoffbedarf für die Käseproduktion zu rechnen ist.

Erzeugerpreise liegen momentan über Rohstoffwert

Dennoch dürfte laut ife-Institut eine Wende bei den Erzeugermilchpreisen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich sein. Diese folgen mit zeitlicher Verzögerung den Bewegungen des Rohstoffwertes der Milch, wird betont. Derzeit liegen die Erzeugerpreise noch deutlich darüber. Der "Rohstoffwert Milch" gibt nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, da er nur Erlöse aus Butter und Magermilchpulver zugrunde legt, keine Vertragslaufzeiten zwischen Weiterverarbeitern/Handel und Molkereien berücksichtigt und nur das hier gewählte Erlös-, Kosten- und Mengenszenario bei der Berechnung herangezogen wird. Dieser vom Informations- und Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft (ife) in Kiel monatlich veröffentlichte Wert gilt aber als wichtiger Indikator für die Milchwirtschaft.
 
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