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Milchmarkt

Milchpreis-Indikator steigt auf 39,7 Cent

Dieser Artikel ist zuerst im Agrarmanager erschienen.

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© Imago/Christian Ohde
von , am
14.07.2017

Der Milchpreisindikator hat im Juni den höchsten Wert seit Januar 2014 erreicht. Das liegt vor allem an den hohen Butter- und Käsepreisen.

Der aus der finanziellen Verwertung der wichtigsten Milchprodukte errechnete Milchpreis-Indikator ist im Juni 2017 auf 39,70 Cent je kg Rohmilch gestiegen. Das ist eine Verbesserung der Milchverwertung gegenüber dem Vormonat um 3,23 Cent und zudem der höchste Wert seit dem Januar 2014, berichtet dlv-Marktexperte Dr. Olaf Zinke im agrarmanager.

Mit Abstand am stärksten auf ein weiteres Allzeithoch nach oben geschossen sind jedoch erneut die Butterpreise. Den stärksten Anstieg seit November, verzeichneten im Juni zudem, die für die Milchverwertung in Deutschland enorm wichtigen Käsepreise.

Milchpreis-Indikator auf Dreijahreshoch

Der Indexwert des Milchpreis-Indikators lag im Juni 2017 bei 128,2 Indexpunkten, bezogen auf den Ausgangswert zur Indexberechnung aus dem Jahr 2010 (Durchschnitt 2010 = 100 Indexpunkte). Das war ein Anstieg gegenüber dem Vormonat um 8,9 % und zudem der höchste Indexwert seit Januar 2014 (!!).

Im Mai 2017 lag der Indexwert noch bei 117,8 Indexpunkten und im April waren es 109,9 Indexpunkte.  Der letzten Höhepunkt hatte der Index im Dezember mit 116,4 Indexpunkten erreicht und war danach bis April gefallen.

Im Juni vor einem Jahr (2016) wurde nur ein Indexwert von 79,9 Indexpunkten ermittelt. Dieser Wert wird im Juni 2017 um 60,5 % (!!) übertroffen.

Butterpreise auf neuem Allzeithoch

Die Preise für Butter sind im deutschen Großhandel im Juni nochmals kräftig gestiegen. Der Indexwert für Butter ist von 147,6 Indexpunkten im Mai auf 170,6 Indexpunkte im Juni nach oben geschossen und  erreichte damit auf neues Allzeithoch. Die bisherige absolute Preisspitze bei Butter vom August 2007 (130,3), wird mit dem derzeitigen Butterpreis mitteweile um knapp 16 % übertroffen.

Der Interventionspreis von Butter von 221,75 Euro je 100 kg wird mit dem derzeitigen Butterpreis von 591,80 Euro  um deutlich mehr als das Doppelte übertroffen.

Käsepreise auf Halbjahreshoch

Die Preise für Käse (Edamer) sind im deutschen Großhandel im Juni erstmals seit November des vorigen Jahres wieder deutlich gestiegen. Im Juni legte der Indexwert für Käse um 4,1 % auf 115,4 Indexpunkte zu. Das ist der höchste Wert seit Januar.

Im Mai lag der Preis-Index für Käse bei 110,9 Indexpunkten und im April bei 110. Von Dezember 2016 bis April 2017 sind die Käsepreise um etwa 8,0 % gefallen. Im Juni 2016 lag der Indexwert für die Käsepreise nur bei 78,7 Indexpunkten. Dieses sehr niedrige Niveau wird derzeit immerhin um 47 % übertroffen.

Erzeugerpreise im Mai nur leicht gestiegen

Die EU-Kommission meldete für Deutschland für den Monat Mai 2017 einen durchschnittlichen Auszahlungspreis für Rohmilch (natürlicher Fettgehalt) von 33,83 Cent und damit rund 0,34 Cent mehr als im April (33,49 Cent) und 10,75 Cent mehr als im Mai 2016 (23,08 Cent). Für den Monat Juni liegen aus Deutschland noch keine offiziellen Preismeldungen vor.

Wegen der deutlich besseren Milchverwertung, müssten die Milchpreise im Juni  und vor allem im Juli kräftig zulegen. Die vorläufigen und noch unvollständigen Preismeldungen der EU-Kommission aus den anderen EU-Ländern, zeigen für den Monat Juni jedoch nur einen geringfügigen Anstieg bzw. noch immer wenig veränderte Milchpreise.

Damit ist ein stärkerer Anstieg der Milchpreise wohl erst im Juli zu erwarten.

Mehr Informationen zum Milchpreis-Indikator lesen Sie im agrarmanager.

Mit Zuckerrüben Milchkuh-Ration aufwerten

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