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Milchpreis-Prognose sorgt für Unmut

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Katharina Krenn, agrarheute
am
05.04.2016

Die Milchpreis-Prognose des Thünen-Instituts sorgt in den sozialen Netzwerken für reichlich Unmut. Eine 10-Jahres-Prognose und einen Milchpreis von 38 Cent halten viele für unwahrscheinlich.

Eine Untersuchung des Thünen Instituts zur Entwicklung des Milchmarktes hat die Milchlandwirte aufgebracht. In dem Forschungspapier "Thünen-Baseline 2015-2025", gehen die Wissenschaftler für das Jahr 2025 von einem mittleren Milcherzeugerpreis in Deutschland von 38 Cent/kg aus. In ihrem Bericht sprechen die Forscher von einer "momentanen Konsolidierungsphase nach Auslaufen der Quotenregelung". Langfristig kämen jedoch die günstigen Aussichten auf den internationalen Märkten zum Tragen.

'TI hat eine Kristallkugel'

Auf der agrarheute-Facebook-Seite haben die User ihrem Unmut über die Prognose des Thünen-Instituts Luft gemacht. Die Langzeit-Prognose erscheint den Usern unglaubwürdig.

Ein User schreibt dazu: "Eine 9-Jahre-Preisprognose für Milch bei extrem instabiler Marktsituation und sehr schwankender gesamtwirtschaftlicher Lage. Aha. Das Rechenmodell würde ich wirklich einmal gern sehen. Klar, kann man alles mit @Risk oder SPSS und anderen schönen Sachen ausrechnen, aber das ist doch eine etwas sehr gewagte Prognose."

Ein weiterer sieht es so: "Meine Theorie ist, dass bei diesem Milchpreis, der aktuell gezahlt wird, in 10 Jahren keine deutschen Milchbauern mehr existieren!"

'Milchpreis in 2025 nicht kostendeckend'

Einige Landwirte sind der Meinung, dass der prognostizierte Preis in 10 Jahren kaum kostendeckend ist: "Mal ehrlich, bei 38 Cent in 10 Jahren, das ist lächerlich und heißt soviel wie heute 28 Cent. Da kann kein Landwirt von leben."

Ein User argumentiert: "Das ist zwar besser als die jetzigen Preise, aber für eine zumindest kostendeckende Produktion, von Gewinn will ich gar nicht reden, immer noch nicht genug." Von Beschwichtigungen und reinen Durchhalteparolen der Politik sprechen andere.

Immer mehr geben auf

Einig sind sich viele Landwirte darin, dass bei dem derzeitigen Milchpreis immer mehr Betriebe aufgeben müssen. Da helfen positive 10-Jahres-Prognosen wenig.

Ein Landwirt schreibt aus eigener Erfahrung: "Bevor wir für jeden Liter 10 Cent draufzahlen, verkaufen wir lieber die Kühe. Wir lieferten sonst 400.000 Liter Milch. 10 Cent drauflegen, macht 40.000 Euro im Jahr. Dann wären unsere Kühe auch in 1,5 Jahren 'weggefressen'. Nun haben wir die Kühe verkauft und verleben das Geld selbst. Macht auch Spaß. Die Weiden sind vorletzten Winter alle umgepflügt worden. Nun gibt's Ackerbau. Das geht gut im Nebenerwerb."

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