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Aus der Wirtschaft

Milchpreis: Rauf oder Runter?

von , am
18.06.2015

Der Erzeugerpreis lag im April rund 9 Cent unter dem Vorjahr. Wohin geht die Reise? Ein Marktexperte, ein Verband und eine Molkerei wagen einen Ausblick.

Mit durchschnittlich 30,1 Cent je Kilogramm lag der Erzeugerpreis rund 9 Cent unter dem Vorjahresmonat. © agrar-press
Die aktuellen Entwicklungen auf dem Milchmarkt bereiten dem Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Dr. Henning Ehlers, Sorgen. Im April lag der Erzeugerpreis durchschnittlich bei 30,1 Cent je Kilogramm und damit rund 9 Cent oder 24 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. "Der Markt steht erheblich unter Druck. Ich betone aber ausdrücklich, dass die derzeitige Schwäche nicht aus dem Ende der Quotenregelung zum 31. März 2015 resultiert. Ausschlaggebend sind vielmehr die hohen Anlieferungsmengen im Vorjahr, der russische Importstopp und die schwächere Nachfrage, insbesondere aus China. Die Milchpreisentwicklung ist nicht hausgemacht, sondern ein globales Problem. Dabei stützt der schwache Euro gegenwärtig noch die deutschen und europäischen Ausfuhren", stellte Ehlers klar.

Marktexperte spricht von Konsolidierung

Die Exportpreise für Milchprodukte sind Mitte Juni noch einmal leicht zurückgegangen. Allerdings nicht mehr für alle gehandelten Produkte. Für die beiden (mengenmäßig) wichtigsten am Weltmarkt gehandelten Milchprodukte (MMP, VMP), haben sich die Preise behauptet und für Käse und Butter sind Exportpreise sogar leicht gestiegen, schreibt Marktexperte Dr. Olaf Zinke auf der Seite des agrarmanagers. Damit deutet zunächst einmal alles auf eine Konsolidierung des sehr niedrigen Preisniveaus am Weltmarkt hin. Allerdings gab es von der Nachfrageseite keine Impulse und die Importmengen der beiden wichtigsten globalen Abnehmer von Milchprodukten, China und Russland, liegen unverändert deutlich unter dem Vorjahr.

Deutsches Milchkontor erwartet weiteren Preisverfall

Ach der größte deutsche Molkereikonzern DMK Deutsches Milchkontor befürchtet in diesem Jahr weiterhin sinkende Milchpreise. "Es wird nicht besser dieses Jahr", sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Josef Schwaiger, am Dienstag in Bremen. Wenn die Milchmenge weltweit weiter steige und gleichzeitig die Nachfrage aus China und Russland stagniere, sei mit einem weiteren Preisverfall zu rechnen. "Der Umsatz wird sicherlich zurückgehen, wenn es so weitergeht", sagte Schwaiger mit Blick aufs laufende Geschäftsjahr. 2014 hatte die Molkereigenossenschaft einen Gewinn von 42,3 Millionen Euro und einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.
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