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Milchproduktion

Milchpreis: Rohstoffwert sinkt auch im Dezember

© Krenn
von , am
19.12.2014

Der Kieler-Rohstoffwert für Milch gibt im Dezember erneut leicht nach und landet bei 24,7 Cent/kg. Sowohl die Werte für Butter als auch Milchpulver sind weiter gesunken.

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© krick/agrar-press
Das Institut für Ernährungswirtschaft (ife) hat für den Monat November 2014 einen Milchpreis für die Verwertung von Butter und Magermilchpulver von 24,7 Cent je Kilogramm Milch (bei 4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto, ab Hof) errechnet. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein moderater  Rückgang von 0,8 Cent (%). In den letzten fünf Monaten ist der Rohstoffwert um 12 Cent eingebrochen.

Rohstoffwert: Preis für Magermilchpulver geht stark zurück

Im Januar 2014 lag der Rohstoffwert noch bei 44,4 Cent/kg. Somit liegt der Abstand zum aktuellen Wert bei mittlerweile 19,7 Cent je Kilogramm (Cent/kg) beziehungsweise bei minus 45 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Kieler Rohstoffwert um 19,1 Cent/kg zurückgegangen. Laut Milchindustrie-Verband halten die hohe Milchanlieferung in Deutschland - aber auch weltweit - die Milchpreise unter Druck. Der Einfuhrstopp Russlands wirke zusätzlich.
  
Preise für Butter und Magermilchpulver

Die durchschnittliche Butternotierung belief sich laut dem Institut für Ernährungswirtschaft im Dezember auf 293,4 Cent/kg. Damit ist der Wert für Butter  im Vergleich zum November (300,9) wieder gefallen. Auch die Preise für Magermilchpulver gingen zurück, im Schnitt um 4 Cent auf 176,1 Ct/kg. Vergleicht man die ermittelten Preise mit denen des Vorjahres, erhält man für 100 kg Magermilchpulver rund 126,00 Euro weniger als im Dezember 2013.

Milchwert sinkt unter die 30-Cent-Marke

Der Milchwert ist im November 2014 ebenfalls gesunken, um 4,1 Ct auf 29,5 Ct/kg Milch (4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß). Damit liegt der in Bezug auf die Verwertung der Milch führende Indikator rund ein Drittel unter dem Niveau des Vorjahres und erstmals seit August 2012 wieder unter der Marke von 30 Ct/kg. Die Ursache für den Rückgang sind stark gesunkene Erlöse in vielen Bereichen der Milchverwertung, zuletzt vor allem die deutlich schwächeren langfristigen Abschlüsse mit dem Lebensmitteleinzelhandel bei Frischprodukten und Konsummilch.
 
Bis kommenden Mai werden weitere Preiskorrekturen erwartet
 
Auf Grund der äußerst hohen Korrelation zwischen dem Milchwert Deutschland und den Erzeugerpreisen sind diese Entwicklungen ansatzweise auch schon am Markt spürbar. In den ersten Regionen sind die Basispreise, d. h. die Auszahlungsleistungen der Molkereien ohne Zu- und Abschläge, bereits unter die psychologisch wichtige Marke von 30 Ct/kg gerutscht. Weitere dürften in den kommenden Monaten folgen. In Deutschland werden die Erzeugerpreise voraussichtlich auf deutlich reduziertem Niveau ins neue Jahr gehen. Im weiteren Verlauf bis zur Milchspitze im Mai sind weitere Preiskorrekturen zu erwarten.
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