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Analyse

Milchpreis: Spotmarkt fällt deutlich

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Rohmilch
© sinhyu/fotolia
von , am
12.10.2017

Die Spotmarktpreise für die zwischen den Molkereien gehandelte Rohmilch sind im Oktober deutlich gefallen.

Spotmarkt Milch
© Olaf Zinke

In Deutschland bewegen sich die Preise Anfang Oktober zwischen 36,50 und 37,50 Cent und damit deutlich unter der 40-Cent-Marke. Im Vergleich zum September mit 42,5 Cent sind die Spotmarkpreise um 6,0 Cent gefallen. Damit sind die Preise am Spotmarkt (erstmals seit Mai) niedriger als die letzten für den Monat August gemeldeten Erzeugerpreise für Rohmilch.

Diese lagen nach den Daten der Europäischen Kommission in Deutschland, für Milch mit natürlichem Fettgehalt, im August bei 37,40 Cent und damit 1,5 Cent höher als im Juli mit 35,90 Cent. Gleichzeitig war das Niveau der Erzeugerpreise damit 1 Cent höher als für die „unteren“ Spotmarkpreise (36,50).

Am Spotmarkt ist dies zudem der erste Preisrückgang seit April. Von November 2016 (41,0 Cent) bis April 2017 (30,0 Cent) waren die Preise am Spotmarkt zunächst um mehr als 10 Cent gefallen und hatten dann ab Mai sehr kräftig um knapp 13 Cent zugelegt. Ende September begann dann eine erneute Korrektur der Spotmarktpreise nach unten.

Deutlich mehr Milch am Markt

Ende September lag die wöchentliche Milchanlieferung (konventionelle Milch) in Deutschland nach vorläufigen Angaben rund 3,1 % über dem Vorjahr. In der ersten Monatshälfte betrug der Zuwachs 2,7 %.

Nach den letzten von der BLE gemeldeten Daten gab es im Juli immerhin noch einen Rückstand zum Vorjahr  von 0,9 % und im Juni von 0,8 %. In den folgenden Monaten (August/September) hat sich der Produktionsrückstand dann offenbar deutlich verringert und die Anlieferung übersteigt (wie in den meisten anderen EU-Ländern) wieder das Vorjahresniveau.

In den ersten sieben Monaten des Jahres (Januar bis Juli) war die deutsche Anlieferungsmenge (kumulativ) noch 3,3 % kleiner als im Jahr zuvor

Verwertung verschlechtert sich

Eine weitere Ursache für den Rückgang der Spotmarktpreise dürften die in der zweiten  Septemberhälfte nachgebenden Großhandelspreise (Milchverwertung) bei Butter sein. Erstmals seit Februar gingen die Butterpreise damit im europäischen Großhandel (und auch an den Exportmärkten) zurück.  

Zum Monatswechsel (Oktober/September) notierten die Butterpreise bei 634 Euro je 100 kg und damit unter dem letzten Allzeithoch von Mitte September von 650 Euro.

Die Preise für Käse blieben im September hingegen auf relativ hohem Niveau stabil. Dagegen gaben die Großhandelspreise für Magermilchpulver (und Molke) im September weiter nach und auch für Vollmilchpulver gingen die Preise zurück.

Spotmilch fällt auch in den Niederlanden

In den Niederlanden sind die Preise für Spotmilch im Oktober ebenfalls deutlich zurückgegangen. Mit 38,50 Cent waren die Preise ebenfalls etwa 6 Cent niedriger wie zur vorigen Preisspitze im September mit 44,50 Cent.  Auch in den Niederlanden hatten die Preise kurz vor dem Monatswechsel bereits auf 41,50 Cent nachgegeben, konnten dieses Niveau im Oktober jedoch ebenfalls nicht halten.

Die Europäische Kommission hatte für die Niederlande für den Monat September einen Rohmilchpreis von 40,50 Cent gemeldet und damit einen 2,0 Cent höheren Wert als im August (38,50 Cent). Damit sind die aktuellen Auszahlungspreise im September in den Niederlanden ebenfalls deutlich höher als die Spotmarktpreise. 

Die Spotmarktpreise für Rohmilch gelten im Allgemeinen als Frühindikator für die Preisentwicklung am Milchmarkt. Allerdings können die Preisausschläge der Spotmarkpreise in beide Richtungen erheblich größer sein als die Schwankungen der Milchpreise, wie die Entwicklung der letzten Monate noch einmal unterstreicht.

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