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Analyse

Milchpreis am Spotmarkt gibt nach

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
28.09.2017

Die Spotmarktpreise für die zwischen den Molkereien gehandelte Rohmilch sind kurz vor dem Monatswechsel zurückgegangen. In Deutschland bewegen sich die Preise Ende September zwischen 40,0 und 40,5 Cent und damit knapp über der 40-Cent-Marke.

Spotmilch

Im Vergleich zum Monatsbeginn haben die Sportmarkpreise jedoch um rund 2,0 Cent nachgegeben. Dies ist der erste Preisrückgang seit April. Gleichzeitig nähern sich die Spotmarkpreise damit wieder an die weiter steigenden Erzeugerpreise an.

Ende September ist das Niveau am Spotmarkt noch 5,0 Cent höher als der letzte von der BLE offiziell gemeldete Milchpreis vom Juli 2017.  Dieser lag für für Milch mit natürlichem Fettgehalt bei 35,54 Cent und für Milch mit 4,0 Fett und 3,4 % Eiweiß bei 35,97 Cent.

Von November 2016 (41,0 Cent) bis April 2017 (30,0 Cent) sind die Preise am Spotmarkt in Deutschland um mehr als 10 Cent zurückgegangen und haben dann ab Ende Mai kräftig zugelegt. Ende September erfolgte die erste Korrektur nach unten.

Mehr Milch und etwas schlechtere Verwertung

Mitte September lag die wöchentliche Milchanlieferung (konventionelle Milch) in Deutschland nach vorläufigen Angaben rund 2,7 % über dem Vorjahr. Nach den letzten offiziell von der BLE gemeldeten Daten betrug der Rückstand zum Vorjahr im Juli noch 0,9 % und im Juni 0,8 %.

In den darauf folgenden Monaten (August/September) hat sich der Produktionsrückstand offenbar deutlich verringert bzw. die Anlieferung übersteigt (wie in den meisten anderen EU-Ländern) wieder das Vorjahresniveau. In den ersten sieben Monaten des Jahres (Januar bis Juli) war die deutsche Anlieferungsmenge (kumulativ) jedoch noch 3,3 % kleiner als im Jahr zuvor.

Eine weitere Ursache für den Rückgang der Spotmarktpreise dürften die Mitte September zunächst nicht steigenden Großhandelspreise (Milchverwertung) für Butter sein. Erstmals seit  Februar gingen die Butterpreise im europäischen Großhandel elsit zurück und notierten bei 647 Euro je 100 kg  und damit leicht unter dem letzten Allzeithoch von Anfang September (652 Euro).

Auch die Preise für Käse scheinen sich im September zunächst einmal auf dem weiter verbesserten Niveau zu konsolidieren.  Gleichzeitig geben die Notierungen für Magermilchpulver (und Molkepulver) im September weiter leicht nach und für Vollmilchpulver sind die Preise im September  sogar recht deutlich zurückgegangen.

Spotmilch in den Niederlanden ebenfalls schwächer

In den Niederlanden sind die Spotmarkpreise Ende September noch etwas deutlicher auf 41,50 Cent zurückgegangen, nachdem die Preise Anfang des Monats bei 44,50 Cent lagen. Die Europäische Kommission hatte für die Niederlande für den Monat Juli einen Rohmilchpreis von 37,25 Cent gemeldet und damit einen 0,50 Cent höheren Wert als im Juni (36,75 Cent). Für August lagen die vorläufigen niederländischen  Preiserwartungen sogar bei 38,50 Cent und damit nochmals 0,75 Cent höher als im Juli.  

In den Niederlanden war die Milchanlieferung im Juli 2017 noch 2,1 % kleiner als im vorigen Jahr. Für den Zeitraum Januar bis Juli beträgt der Rückstand der niederländischen Anlieferung rund 0,7 % und ist damit deutlich geringer als in Deutschland.

Die Spotmarktpreise für Rohmilch gelten im Allgemeinen als Frühindikator für die Preisentwicklung am Milchmarkt. Allerdings können die Preisausschläge der Spotmarkpreise in beide Richtungen erheblich größer sein als die Schwankungen der Milchpreise, wie die Entwicklung der letzten Monate noch einmal unterstreicht.

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