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Analyse

Milchpreise: Höchster Stand seit 3 Jahren - mit Luft nach oben

Dieser Artikel ist zuerst im Agrarmanager erschienen.

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Lieferanten von Ehrmann erhalten bis Ende 2015 mindestens 30 Cent pro Liter Milch. © Ralf Kalytta/Fotolia
von , am
18.08.2017

In Deutschland sind die Auszahlungspreise für Rohmilch mit standardisiertem Fett- und Eiweißgehalt im Juni weiter gestiegen - auf den höchsten Stand seit September 2014.

Im Juni sind die Milchpreise weiter gestiegen. Allerdings hatte sich die finanzielle Verwertung der Milch bis zu diesem Termin noch deutlich stärker verbessert und lässt einen weiteren Anstieg der Milchpreise im Juli und August erwarten, wie Dr. Olaf Zinke vom agrarmanager analysiert.. Mit dem aktuellen Anstieg klettern die Milchpreise jedoch auf den höchsten Stand seit September 2014.

Für Milch mit natürlichem Fett- und Eiweißgehalt sind die Preise (trotz sinkender Fett- und Eiweißgehalte) ebenfalls gestiegen und bestätigen damit die  ebenfalls nach oben korrigierte Preismeldung der Europäischen Kommission.

Höchste Milchpreise seit drei Jahren

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© Olaf Zinke

Dabei sind die Preise für die Standardmilch im Juni in allen Bundesländern gestiegen. Eine Ausnahme machte lediglich Thüringen, wo die Preise unverändert blieben. Erneut fiel der Preisanstieg jedoch regional unterschiedlich aus. Am stärksten gestiegen sind die Milchpreise im Juni  in Sachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen. Am geringsten ging es mit den Preisen in Hessen/Rheinland-Pfalz, in Baden-Württemberg und Bayern und nach oben.

  • Im Juni lag der von der BLE für Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß ausgewiesene Milchpreis (ab Hof) bei 34,42 Cent je kg.
  • Im Mai hatte die BLE für Deutschland einen Milchpreis von 33,31 Cent ermittelt. Das bedeutet für Juni einen Anstieg von 1,11 Cent, nach einem Plus von 0,65 Cent im April und einem sehr kleinen Aufschlag von lediglich 0,03 Cent im April.
  • Im Vergleich zum vorigen Jahr (22,83 Cent) waren die Milchpreise im Juni allerdings 11,53 Cent  bzw. etwa 51 % höher. Höhere Milchpreise als im Juni 2017 gab es zuletzt im September 2014 (35,8 Cent) also vor knapp drei Jahren.

Fettgehalt und Eiweiß weiterhin rückläufig

Der Auszahlungspreis für Milch mit natürlichem Fettgehalt (3,93 % Fett und 3,34 % Eiweiß) lag im Juni bei 33,97 Cent, nach einem Preis von 33,37 Cent im Mai. Das war für den Juni (trotz deutlich rückläufiger Fett- und Eiweißgehalte) ein Anstieg um 0,60 Cent und gleichzeitig 0,45 Cent weniger als für die Milch mit dem standardisierten Auszahlungspreis (34,42 Cent).

  • Im Juni waren Fettgehalte  und Eiweißgehalte weiter zurückgegangen. Die BLE meldete einen durchschnittlichen Fettgehalt der angelieferten Milch von 3,93 % sowie einen Eiweißgehalt von 3,34 %.
  • Im Mai wurden für die angelieferte Milch Fettgehalte von 4,04 % und für April von 4,10 % gemeldet. Der Eiweißgehalt lag im Mai bei 3,39 % und im April bei 3,42 %.

Beim agrarmanager finden Sie die detaillierte Milchpreis-Analyse mit Daten zu den einzelnen Bundesländern.

Bundesländer-Vergleich: So hat sich der Milchpreis verändert

Milchpreis in Deutschland
© agrarheute/Fotolia/Daxiao Productions
Milchpreis in Baden-Württemberg
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Milchpreis in Bayern
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Milchpreis in Brandenburg
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Milchpreis in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
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Milchpreis in Mecklenburg-Vorpommern
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Milchpreis in Niedersachsen
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Milchpreis in Nordrhein-Westfalen
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Milchpreis in Sachsen
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Milchpreis in Sachsen-Anhalt
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Milchpreis in Schleswig-Holstein
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Milchpreis in Thüringen
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