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Milchmarkt

Milchpreise marschieren in Richtung 40 Cent

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
28.06.2017

Die derzeit notierten Erlöse für Milcherzeugnisse deuten auf eine Steigerung der Milchauszahlungspreise im weiteren Verlauf dieses Jahres hin.

Der Kieler Rohstoffwert Milch hat sich nach dem Tiefpunkt im April sehr schnell erholt und übersteigt in großen Schritten den Stand von Anfang 2017. Aus den Terminkontrakten für Butter und Magermilchpulver an der EEX in Leipzig errechnen sich mittlerweile Verwertungen von 38 bis 40 Cent für die Zeit ab Juni, stellt das ife Institut für Ernährungswirtschaft in Kiel fest.

Dass die Milchpreise ähnliche Höhenflüge antreten wie in den zwischen 2006 und 2013 beobachteten Erholungsphasen, ist indessen nur bedingt wahrscheinlich: Die Eiweißverwertung ist bis Anfang Mai schwach gewesen und hat sich nur moderat verbessert. Ihr Spielraum nach oben wird durch die hohen Interventionsbestände an Magermilchpulver begrenzt.

35 bis 38 Cent/kg bis Ende 2017 möglich

Laut ife sind nach derzeitigen Marktpreisen derzeit ein Niveau der Auszahlungspreise (auf Basis ab Hof, bei 4,0% Fett und 3,4% Eiweiß) zwischen 35 und 38 Cent/kg bis Ende 2017 absehbar. Dieser Einschätzung liegen die Anfang Mai vereinbarten Preise im Frischesortiment und die im Juni notierten Preise für Butter und Magermilchpulver zu Grunde.

Den inzwischen an der EEX notierten Terminkursen zufolge könnte auch noch mehr drin sein. Allerdings folgt der Gesamtmarkt nicht immer Eins zu Eins dem Kieler Rohstoffwert, und das dürfte auch für den Börsenmilchwert gelten. Derzeit liegt der Börsenmilchwert bis Jahresende um die 40 Cent/kg ab Hof, netto.

Mehr Milch zu erwarten

In der zweiten Hälfte von 2017 wird nach der ife-Prognose in den für den Weltmarkt wichtigsten Erzeugerregionen von Milch, wie Neuseeland, die EU, die USA sowie Australien und Argentinien, insgesamt vermutlich etwas mehr Milch als ein Jahr zuvor erzeugt werden. Doch wird vorerst die Tendenz vom saisonalen Rückgang auf der Nordhalbkugel bestimmt.

Außerdem sind zwölf Monate vorangegangen, in denen alle zusammengenommen weniger erzeugt haben, was der gleichzeitige Produktionsanstieg in den USA ebenfalls nicht kompensieren konnte. Doch auch die Nachfrage am Weltmilchmarkt wird bis Jahresende moderat zulegen.

Das sagen bayerische Kühe zum Welt-Milchtag

Bayerische Kuh
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