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Milchproduktion

Milchprodukte: Exportpreise fallen auf Zweijahrestief

© fotolyse/fotolia
von , am
06.08.2014

Seit Mitte Juni sind die Exportpreise für Milchprodukte um 20 Prozent gefallen. Der scharfe Preisrückgang bei der jüngsten internationalen Auktion dürfte sich auch auf die hiesigen Marktpreise auswirken.

Das ife Institut geht davon aus, dass der Milchpreis aktuell weder für Milchbauern, noch für Molkereien kostendeckend ist. © Mühlhausen/landpixel
Die Exportpreise für Milchprodukte an der internationalen Handelsplattform für Milchprodukte (Global Dairy Trade) sind Anfang August auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren (August 2012) gefallen. Seit Mitte Juni sind die Exportpreise für die wichtigsten Milchprodukte damit um 20 Prozent (%) zurückgegangen und im Vergleich zum August 2013 sind die Notierungen sogar gut 40 % niedriger.
 
Dieser drastische und in diesem Umfang nicht erwartete scharfe Preisrückgang dürfte nicht ohne Auswirkungen auf die Marktpreise für Milch und Milchprodukte bei den großen Exportländern Neuseeland, Europa und USA bleiben. In diesen Ländern steuern die Exporterlöse einen wesentlichen Teil zu den Gesamterlösen der Molkereien bei und haben damit auch erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Milchpreise.
 
Eine Ursache für den Rückgang der Exportpreise ist die aus saisonalen Gründen im Juli und im August allmählich wieder steigende Milchanlieferung in Ozeanien. Hauptgrund dürften jedoch die zuletzt deutlich rückläufigen Importmengen Chinas bei Milchpulver und Butter sein, auch wenn diese zum Teil noch über den Vorjahresimporten liegen.

Handelsmenge hat kräftig zugenommen

Das wieder steigende Angebot an Milch und Milchprodukten in Ozeanien lässt sich auch an der deutlich wachsenden Handelsmenge bei der letzten Auktion ablesen. Sie war bei der Auktion am 5. August um rund ein Drittel größer als bei der Auktion am 15. Juli und gleichzeitig die größte Handelsmenge seit Dezember 2013.
 
In Ozeanien nimmt die Milchanlieferung im Juli und im August sehr kräftig zu und erreicht im Oktober den saisonalen Höhepunkt. Sowohl in Neuseeland als auch in Australien liegt die Produktion von Milch und Milchprodukten zum Saisonbeginn über dem Vorjahr.
 
In Europa geht die Milchanlieferung seit Mai aus saisonalen Gründen wieder zurück, liegt jedoch weiterhin über dem Vorjahr. Im Mai betrug der Produktionszuwachs in der EU 28 gegenüber dem Vorjahr etwa 4,4 %. Aus Deutschland meldete man für den Zeitraum April bis Ende Juli eine Mehrproduktion gegenüber dem Vorjahr von 4,0 %.

Preise für Vollmilchpulver brechen ein

Ein Grund für den drastischen Preisrückgang war der sehr kräftige Preisabschlag beim Indexschwergewicht Vollmilchpulver. Bei der aktuellen Auktion brachen die Preise für Vollmilchmilchpulver um 11,5 % ein.
 
Mit einem Abschlag von 10,2 % wurde auf der Auktion Käse (Cheddar) gehandelt. Damit kostete Käse jetzt rund 14 % weniger als vor einem Jahr. Deutlich um 9,6 % nachgegeben haben diesmal auch die Auktionspreise für Butter. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Butter-Preise damit etwa 20 % niedriger.
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