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Milchproduktion

Milchproduktion: Osnabrücker Kühe verteidigen Spitzenplatz

© Mühlhausen/landpixel
von , am
02.01.2014

Hannover - Die Milchmenge einer Kuh ist nicht alles, aber bei der Milchleistungsprüfung ist sie entscheidend. Kühe aus Osnabrück konnten ihre Spitzenposition vom Vorjahr verteidigen.

Mehrere Rinder in einem Betrieb aus Rheinland-Pfalz sind mit dem Schmallenberg-Virus infiziert. © Mühlhausen/landpixel
Laut dem niedersächsischen Landvolk-Pressedienst gibt es ein Nord-Süd-Gefälle bei der Milchleistung der deutschen Kühe. Die Ursache liege darin, dass in den Küstenbundesländern die Landwirte Kühe bevorzugten, deren Leistung sich auf viel Milch konzentriere, im Süden Deutschlands dagegen haben traditionell sogenannte Zweinutzungsrinder mit guter Milchmenge und Fleischansatz den Vorzug. Dies belege ein Blick auf die Hitliste der Milchleistungsprüfung. Danach schafften es im Jahr 2013 Bayern mit gut 965.000 Kühen und 7.341 kg Milch je Kuh und Baden-Württemberg mit 7.330 kg Milch von jeweils 284.612 Kühen nur auf Platz 10 und 11.
 
Unter den westdeutschen Bundesländern habe Niedersachsen mit 8.802 kg Milch und 728.962 Tieren die Nase vor. Hier seien auch die bundesweit leistungsfähigsten Kühe beheimatet. Dem Osnabrücker Zuchtgebiet als relativ kleiner aber sehr leistungsorientierter Region gebühre seit Jahren das gelbe Trikot der deutschen Milchleistung, die Kühe dort seien "spitze". Mit 9.732 kg Milch gab die Leistung gegenüber dem Vorjahr mit 9.811 kg etwas nach, trotzdem hielten sie die Toprangierung.

Sommerhitze reduzierte die Milchleistung

Auch bundesweit blieb die Milchleistung im Durchschnitt mit 8.221 Kilo (kg) um 16 kg unter dem Vorjahreswert. Die heißen Sommermonate hätten ihren Tribut verlangt, und zwar in der Leistung der Tiere sowie einer etwas geringeren Futterqualität, die sich ebenfalls dämpfend auf die Milchleistung auswirkt. Sortiert nach Bundesländern hätten die ostdeutschen Bundesländer Thüringen, Brandenburg und Sachsen mit Leistungen von 9.245 bis 9.152 kg Milch je Kuh und Jahr die ersten Plätze inne. Allerdings stünden in allen drei Ländern jeweils relativ kleine Kuhzahlen von 150.000 bis 180.000 Tieren hinter dieser Leistung. 

Herdenmanagement und Tierwohlsituation sind wichtig

Weitere Zuwächse in der Milchleistung lassen sich nach einhelliger Einschätzung der Züchter nur mit einem erstklassigem Herdenmanagement und Beachtung der Tierwohlsituation realisieren. Erst damit könne das züchterische Potenzial der Tiere voll ausgeschöpft werden.
 
So lagen die Tiere im Osnabrücker Zuchtgebiet mit durchschnittlich 7.416 kg Milch vor zwanzig Jahren deutlich unter dem heutigen Niveau. Zugleich gebe es in dem mit zurzeit 525 Landwirten und 28.820 Tieren in niedersächsischen Ställen sehr kleinem Zuchtgebiet deutlich mehr Kühe mit einer hohen Lebensleistung von mehr als 100.000 kg Milch. Diese Daten stünden auch für eine lange Lebensdauer und robuste Vitalität der Tiere.
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