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Milchproduktion

Milchproduktionskosten sind deutlich gestiegen

© schemmi/pixelio
von , am
06.04.2013

Seit 2009 sind die Milcherzeugungskosten um 6,3 Prozent gestiegen, wie der neue Milch-Marker-Index der MEG Milch Board belegt. Die Preis-Kosten-Schere ist damit weiter auseinander gegangen.

Der neue Milch-Marker-Index zeigt die Preis-Kosten-Ratio in der Milchproduktion auf. © MEG
Aufbauend auf eine Anfang des Jahres durchgeführte repräsentative Vollkostenrechnung zur Milcherzeugung in Deutschland, veröffentlicht die MEG Milch Board jetzt die konkreten Daten in Form eines neuen Indexes. Demnach stiegen in vergangenen Jahren die Milcherzeugungskosten um mehr als 6,3 Cent im Vergleich zum Basisjahr 2009.
Allein im Jahr 2012 verteuerte sich die Milchproduktion in Deutschland im Durchschnitt von 40,75 Cent auf 43,22 Cent je Kilogramm Milch. Den größten Kostentreiber stellten dabei die deutlich gestiegenen Preise für zugekauftes Futter dar.
 

Starke Preis-Kosten-Schere

Erstmalig veröffentlicht die MEG Milch Board auch eine Preis-Kosten-Ratio für die Milcherzeugung. Sie setzt die ermittelten Milcherzeugungskosten ins Verhältnis zu den amtlich erfassten Milcherzeugerpreisen. Die Preis-Kosten-Ratio für 2012 weist einen Wert von 0,75 auf und zeigt eine deutliche Unterdeckung, die vor allem durch den Rückgang der Milcherzeugerpreise bei gleichzeitigem deutlichen Anstieg der Milcherzeugungskosten zu einer starken Öffnung der Preiskostenschere führte.
 
Im Jahr 2012 lag der Durchschnitt der in Deutschland ausgezahlten Milcherzeugungspreise nur geringfügig über den sogenannten pagatorischen Kosten, welche auf den Betrieben allein für Betriebsmittel zur Milcherzeugung sowie die Abschreibung von Zinsen und Steuern anfallen. Die Arbeitskosten für die selbstständigen Milchviehhalter und ihre mithelfenden Familienangehörigen konnten bei Weitem nicht gedeckt werden. 

Milch-Marker-Index als Verhandlungsbasis

Gerade in den Preisverhandlungen mit den Molkereien müssten die Vertreter der Erzeugerseite auch die Kostenentwicklung zeitnah analysieren und mit entsprechenden Argumenten ihre Preisforderung untermauern. Auf Basis der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen werrde die MEG Milch Board, aufbauend auf das Produktionskostengutachten, künftig zeitnah den Milch-Marker-Index weiter veröffentlichen. "Besonders in Inflationszeiten kann ein solches Werkzeug den Landwirten helfen, eine Milchpreisentwicklung parallel zur Kostensteigerung einzufordern", erläutert Peter Guhl, Vorsitzender der MEG Milch Board.
 
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