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Milchproduktion

Milchquotenausnutzung aktuell bei 100,7 Prozent

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von , am
30.09.2011

München - Laut der von der ZMB und der AMI erstellten Bilanz für April bis August hat sich die Quotenausnutzung gegenüber dem Vormonat nochmals um 0,1 Prozent leicht erhöht.

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© krick/agrar-press
Nach der von ZMB und AMI erstellten vorläufigen Bilanz für den Zeitraum April bis August 2011 wurde die zeitanteilige nationale Anlieferungsquote zu 100,7 Prozent beliefert. Damit hat sich die Quotenausnutzung gegenüber dem Vormonat nochmals um 0,1 Prozent leicht erhöht. Mit der bisherigen Milchanlieferung der deutschen Milcherzeugern von etwa 12,7 Millionen Tonnen wurden gegenüber dem Vorjahr etwa 284.000 Tonnen oder 2,3 Prozent mehr geliefert.
 
Im letzten Quotenjahr 2010/11 betrug die Quotenausnutzung bekanntlich nur 99,3 Prozent; dazu kommt die politisch beschlossene und umgesetzte Quotenerhöhung um weitere 1 Prozent vom April diesen Jahres, die in der Bilanz bereits enthalten ist. Nach der vorläufigen Bilanz stand der zeitanteiligen Anlieferungsquote für April bis August 2011 in Höhe von 12,71 Millionen Tonnen eine fettkorrigierte Milchanlieferung von 12,795 Millionen Tonnen gegenüber. Hieraus ergibt sich eine Überlieferung der anteiligen Quote von etwa 85.000 Tonnen.

Milchanlieferung seit August spürbar reduziert

Seit Ende August haben sich die Steigerungsraten der Milchanlieferung spürbar reduziert. Nach ZMB/AMI-Einschätzung kann die Quote dann im laufenden Quotenjahr gerade eingehalten werden, wenn in den verbleibenden Monaten bis Ende März 2012 nur noch 1,2 Prozent mehr Milch angeliefert werden. Da im November die letzte Möglichkeit besteht, Milchquote für das laufende Milchwirtschaftsjahr zu kaufen, wird befürchtet, dass der Quotenpreis (letzte Börse 9 Cent im West) steigen wird. Ein Quotenkauf aufgrund der derzeitigen Quotenbilanz sollte genauestens überlegt werden! 

4. Oktober ist Antragsschluss für letzten Milchbörsentermin

Am 2. November findet der nächste und letzte Handelstermin an den Milchquotenübertragungsstellen für das laufende Milchwirtschaftsjahr statt. Die letzte Frist für die Einreichung ist aufgrund der Sonn- und Feiertagsregelung Dienstag, der 4. Oktober. An diesem Tag müssen Anbieteranträge vollständig, d.h. samt der erforderlichen Anlagen, entweder der Milchquotenübertragungsstelle selbst oder dem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorliegen. Nachfrageranträge können nur bei der Übertragungsstelle selbst eingereicht werden. Da nach dem Einreichungsschlusstermin eingehende Anträge nicht mehr berücksichtigt werden können, werden vor allem die Nachfrager gebeten, eine angemessene Frist für die Postzustellung einzukalkulieren.
 
Nachfrager müssen dem Nachfragegebot eine Bankbürgschaft beifügen. Auch deren Ausstellung dauert erfahrungsgemäß oft mehrere Tage. Anbieter benötigen für ihr Abgabeangebot einen Nachweis der Molkerei und einen Nachweis der Landesstelle (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten). Quotenverkäufer sollten sich frühzeitig an ihr Amt wenden, da die Erstellung des Nachweises, dass die angebotene Menge dem Anbieter auch tatsächlich in voller Höhe zusteht, in manchen Fällen sehr zeitaufwändig ist. Quoteninhaber, deren Quote bisher verpachtet war und nunmehr zurückübertragen wurde, müssen diese – sofern sie nicht selbst wieder Milch erzeugen – beim erstmöglichen Börsentermin anbieten und spätestens beim zweiten möglichen Termin erfolgreich sein. Andernfalls wird diese Quote entschädigungslos eingezogen.
 
Die Antragsformblätter sind erhältlich bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, bei den meisten Geschäftsstellen des Bauernverbandes oder im Internetangebot der LfL unter 'Milchquotenübertragungsstelle Bayern'. Dort können auch alle Ergebnisse der bisherigen Börsentermine nachgelesen werden. Der letzte Gleichgewichtspreis in Deutschland West betrug 9 Ct/kg.
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