Login
Milchproduktion

Milchquotenbörse: Preis und Handelsmenge steigen

© fotolyse/fotolia
von , am
02.11.2011

Im Vergleich zu den beiden vorhergehenden Börsen hat der Quotenpreis bundesweit zugelegt. Im Übertragungsgebiet West wechselte die Quote für elf, im Gebiet Ost für drei Cent je Kilo den Besitzer.

Der Milchindustrie-Verband MIV rechnet mit einem durchschnittlichen Erzeugermilchpreis von 30 bis 31 Cent für das Jahr 2015. © icnivad/fotolia.de
Auf der 35. Milchquotenbörse am 2. November 2011 hat sich der Preis für die Milchquote erhöht. Der Deutsche Bauernverband (DBV) ermittelte einen gewogenen Durchschnittspreis für Deutschland von elf Cent je Kilogramm. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Börsen ist der Quotenpreis damit bundesweit zugenommen.

Im gesamten Bundesgebiet wurden 221.698 Tonnen Quote übertragen. Das entspricht einem Anteil von knapp 0,8 Prozent an der Milchquote, die Deutschland als nationales Lieferrecht in diesem Quotenjahr zur Verfügung steht. Die an der Börse gehandelte Gesamtmenge ist im Vergleich zu den Vorjahresbörsen im November 2009 und 2010 gesunken.

Übertragungsgebiet West

Die Milchquote in Deutschland West kostet nun 13 Ct/kg. Der überproportionale Rückgang der Quotenpreise in den beiden vergangenen Jahren ist gestoppt. Der Preis für die Milchquote stieg vom vormaligen auf den nunmehrigen Börsentermin 2. November von 9 auf 13 Ct/kg an. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren es die Prognosen über die absehbare Überlieferung der nationalen Quote und die Angst vor der sogenannten Superabgabe, die vier Jahre vor dem Quotenende die Nachfrage noch einmal stark anregten.
 
Einer Angebotsmenge von 172 Millionen Kilo stand demzufolge eine doppelt so hohe Nachfragemenge von 345 Millionen Kilo gegenüber. Dies führte zwangsweise nicht nur zu einem Preisanstieg, sondern auch dazu, dass von 6.304 Nachfragern nur 52,9 Prozent zum Zuge kamen. Andererseits waren von den 2.821 Anbietern mit Ausnahme von fünf alle erfolgreich.
 
Die meiste Quote geht nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein
 
In Bayern lagen Angebot und Nachfrage näher beieinander. Hier wurden 59 Millionen Kilo angeboten und 81 Millionen Kilo nachgefragt. Weil hier die Nachfrager auch etwas niedrigere Gebotspreise einsetzten als das im Durchschnitt des Übertragungsgebietes der Fall war, sind in Bayern nur 46 Prozent der Nachfrager erfolgreich. Der Freistaat verliert aus diesen Gründen abermals Milchquote in Höhe von 25 Millionen Kilo. Großer Gewinner mit 27 Millionen Kilo ist abermals Niedersachsen mit Schleswig-Holstein. Nordrhein-Westfalen weist ein Plus von knapp fünf Millionen Kilo auf, alle anderen Länder müssen Quote abgeben.
 
Trotz des insgesamt zu verzeichnenden Quotenabflusses weist Bayern auch bei diesem Übertragungstermin wieder einen Regierungsbezirk mit einem Quotengewinn auf. Diesmal ist es Oberfranken und zwar insbesondere deshalb, weil dort mit 69,0 Prozent ein weitaus überdurchschnittlicher Prozentsatz der Nachfrager erfolgreich war.
 
Übertragungsgebiet Ost
 
Im Übertragungsgebiet Ost betrug der Preis drei Cent je Kilogramm. Von der bundesweiten Handelsmenge entfielen  49.406 Tonnen auf das Übertragungsgebiet Ost. Im Übertragungsgebiet Ost hat sich die Handelmenge dagegen leicht reduziert. Auf die nationale Referenzmenge bezogen, wurden knapp 0,2 Prozent der nationalen Milchquote im Übertragungsgebiet Ost gehandelt.
Auch interessant