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Editorial

Milchviehhaltung aufgegeben: Behörden lassen nicht locker

dlz Redakteurin Maren Diersing Espenhorst
Maren Diersing-Espenhorst, dlz primus Rind
am
24.05.2017

Maren Diersing-Espenhorst vom dlz agrarmagazin beschreibt, wie Behörden nach der Aufgabe der Milchviehhaltung noch eins oben drauf setzen und was ihr Artikel bewirkt hat.

Am 1. März haben wir auf agrarheute das Editorial unserer Kollegen Maren Diersing-Espenhorst vom dlz agrarmagazin Primus Rind veröffentlicht. Damals beschrieb sie, wie sich die Aufgabe der Milchviehhaltung für ihre Familie anfühlte. In der aktuellen Ausgabe dlz primus Rind beschreibt sie nun die Resonanz der Leserinnen und Leser. Eine Geschichte hat sie besonders beschäftigt.

Liebe Leserinnen & Leser,

als Erstes möchte ich Ihnen danken! Danke für die große Resonanz auf die Aufgabe unserer Milchviehhaltung daheim. Sie glauben gar nicht, wie gut es tat, so viel Verständnis, Mitgefühl und so viele freundliche Worte zu erfahren. Meine Familie und ich waren unglaublich gerührt.

Ein Telefonat mit einer Landwirtin hat mich besonders berührt: Sie und ihre Familie hatten bereits vor Jahren einen Bauantrag für einen neuen Milchviehstall gestellt. Leider ging es bei ihnen nicht voran. Ihre Erfahrungen waren ganz ähnlich wie die meiner Familie. Ständig wurden von Behördenseite neue Gutachten und Unterlagen angefordert. Bei so etwas muss man den Eindruck gewinnen, dass es sich um Verzögerungstaktik handelt. Die Milchviehhalterin berichtete mir, dass sie meinen Kommentar aus der März-Ausgabe des dlz primus Rind schließlich an das zuständige Amt geschickt hätte – mit ein paar ergänzenden Zeilen. Überraschenderweise hatte sie damit Erfolg. Man meldete sich ziemlich zeitnah bei ihr und versicherte ihr, dass das Verfahren jetzt weiterginge.

Ich habe mich – trotz aller Trauer, dass wir daheim mit der Milchviehhaltung aufhören mussten – unglaublich für diese Landwirtsfamilie gefreut. Und ich wünsche ihnen sehr, dass sie möglichst schnell ihren neuen Stall bauen können und weiterhin Spaß, Freude und Erfolg an und mit ihren Kühen haben werden!

Bei uns daheim ging der Wahnsinn nach der Einstellung der Milchviehhaltung übrigens weiter: Das Amt für Denkmalschutz meldete sich, um zu klären, ob der inzwischen geplante Umbau des Milchviehstalls in einen Maststall auch zum Hofensemble passt ... Sie kennen meine Familie nicht, aber seien Sie sicher, dass wir vor Wut wie unzählige Rumpelstilzchen im Dreieck gesprungen sind. Zuerst wird man gezwungen, mit der Milchviehhaltung aufzuhören – ohne die es gar keinen Bauernhof gäbe, der unter Denkmalschutz gestellt werden könnte. Und dann muss man sich fragen lassen, ob denn eine Umgestaltung den Denkmalschutz negativ beeinflusst. Da fehlen einem die Worte. Eine positive Meldung zum Schluss: Die Denkmalschutzbehörde hat jetzt ihr Okay für den Umbau gegeben.

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