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Niederlande

Milchviehhaltung: Auf die Milch- folgt die Phosphatquote

Dieser Artikel ist zuerst im Agrarmanager erschienen.

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© Mühlhausen/landpixel
von , am
09.03.2016

In den Niederlanden will die Regierung ab 2017 eine einzelbetriebliche Phosphatquote einführen. Betriebe mit wenig Flächen sollen stärker zur Rechenschaft gezogen werden als extensive Betriebe.

Eine Begrenzung der Phosphatmenge aus der Milcherzeugung war in den Niederlanden seit Monaten erwartet worden. Darum hatten die Milchviehhalter vor allem in diesem Winter die Herden kräftig aufgestockt und die Produktion angekurbelt. Nun hat Agrarstaatssekretär Martijn van Dam seine Pläne offengelegt. Im Ergebnis werden die Betriebe wieder Milchkühe abschaffen müssen, wie der agrarmanager meldet.

Ab 2017 soll nun jedem Milchviehhalter in den Niederlanden eine einzelbetriebliche Phosphatquote zugeteilt werden. Sie orientiert sich an der Zahl der Tiere, die ein Milchviehhalter am 2. Juli 2015 auf seinem Betrieb hielt. Von dieser Bestandsgröße werden die Betriebe je nach Flächenausstattung voraussichtlich um vier bis acht Prozent abstocken müssen.

Grund: Überhöhter Nährstoffausstoß

Der Grund für den drastischen Eingriff ist der überhöhte Nährstoffausstoß aus der Milchviehhaltung. Nach den offiziellen Zahlen des niederländischen Statistikamtes CBS überschritt der Phosphatanfall 2015 mit 176,3 Millionen Kilo die mit der EU-Kommission vereinbarte nationale Obergrenze um 3,4 Millionen kg.

Die Niederlande wollen jedoch auch nach 2018 eine Derogation von der EU-Nitratrichtlinie erhalten. Darum gehen sie auf die Europäische Kommission zu und führen die Phosphatquote ein. Mit der Begrenzung soll der Nährstoffanfall wieder unter das Limit gedrückt werden.

Genauer Wert wird im Juli festgelegt

Der exakte Wert, um den die einzelbetriebliche Nährstoffquote reduziert werden muss, soll zum 1. Juli 2017 festgelegt werden. Der niederländische Agrarstaatssekretär, Martijn van Dam, will Betriebe mit wenig Flächen stärker zur Rechenschaft ziehen als extensive Betriebe.

Spielraum für Härtefälle

Außerdem wird Spielraum für die Bedienung von Härtefällen benötigt. Darum werden die Milchvieherzeuger nach einer vorläufigen Schätzung der Regierung ihre Phosphatmengen bis Anfang 2018 um vier bis achtProzent gegenüber dem Stand von Mitte 2015 reduzieren müssen.

Die Quoten werden frei handelbar sein. Bei jeder Übertragung wird die übertragene Menge pauschal um zehn Prozent gekürzt. Dies soll ebenfalls zur Anpassung der Phosphatmengen an die Obergrenze beitragen.

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