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Italien

Milchviehhaltung ohne Bauernhof

Zerstörtes Gebäude im italienischen Amatrice nach dem Erdbeben vom August 2016.
Alex Niedermayr, agrarmanager
am
23.09.2016

Vor rund einem Monat hat das Erdbeben im italienischen Amatrice auch die lokale Landwirtschaft schwer getroffen. Mit mobilen Wohncontainern und provisorischen Ställen bereiten sich die betroffenen Landwirte auf den Winter vor.

zerstörter Stall

Mindestens die Hälfte der Bauernhöfe in der Erdbebenregion um Amatrice ist stark beschädigt. Die Behörden haben diese als unbenutzbar eingestuft. Betroffen sind davon neben den Wohngebäuden auch Scheunen und Ställe. Trotz des schweren Erdbebens im August dieses Jahres hat die Arbeit auf den landwirtschaftlichen Betrieben nie geruht. In der Gegend wird vor allem Milchvieh- und Schafhaltung betrieben. Die Tiere mussten auch nach dem Beben gemolken und gefüttert werden. Die Landwirte der Region hatten deshalb — trotz der Gefahr von Nachbeben — nicht die Möglichkeit ihre Höfe zu verlassen.

Wohncontainer als Bauernhaus

Wohncontainer

Der herannahende Winter stellt die Landwirtschaft in Amatrice vor große Herausforderungen. Der italienische Bauernverband Coldiretti und die lokalen Behörden haben darauf reagiert. Vor Kurzem ist der erste Wohncontainer für einen zerstörten Landwirtschaftsbetrieb aufgestellt worden. Die Bauernfamilie hat durch das Beben nicht nur ihren Hof, sondern auch den 13-jährigen Sohn verloren.

Coldiretti-Präsident Roberto Moncalvo erklärte, dass demnächst auch provisorische Überdachungen für die Tiere bereitstünden. Diese behelfsmäßigen Ställe werden laut Moncalvo den Schaf- und Milchviehhaltern kostenlos zur Verfügung gestellt — jeder biete Platz für 20 Milchkühe oder 90 Schafe.  

Um im Winter die Futterversorgung der Tiere zu garantieren, hat der Bauernverband in Amatrice zudem ein großes Zelt errichtet. Von dort werden die Betriebe mit Futter beliefert.

Erdstöße stressen die Tiere

Kuhstall

Nach dem Erdbeben ist die Milchleistung im betroffenen Gebiet um 30 % eingebrochen. Grund dafür war der Stress, dem die Kühe durch die Erdstöße ausgesetzt waren. Die ständige Freilandhaltung aufgrund zerstörter Ställe verursachte zusätzliche Unruhe bei den Tieren.

Mittlerweile funktioniert die tägliche Milchabholung wieder. Die zerstörte Infrastruktur hatte dies anfangs unmöglich gemacht. Durch die breite Unterstützung für die Landwirte ist eine Weiterbewirtschaftung der Höfe möglich. Neben dem Bauernverband Coldiretti und politischen Entscheidungsträgern sind auch der italienische Tierzuchtverband und die Agrarhandelsgenossenschaften in die Hilfsmaßnahmen eingebunden.

Landwirtschaft sehr bedeutend

Die Landwirtschaft ist in den 17 Gemeinden, welche vom Erdbeben betroffenen sind, nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftszweig. Über 7 % der Einwohner und damit 3.300 Personen sind in der Landwirtschaft tätig. Eine funktionierende Landwirtschaft ist deshalb neben der wirtschaftlichen Bedeutung für die Region auch für die Sicherung der Arbeitsplätze sehr wichtig.

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