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Haltung

Milchviehhaltung: Q-Check unterstützt die betriebliche Eigenkontrolle

Landwirt im Kuhstall
am
30.08.2019
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Mit Q-Check die Eigenkontrolle ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand erledigen. Das sind die Indikatoren.

Seit 2014 müssen Milchviehbetriebe durch betriebliche Eigenkontrollen und durch die Erhebung von Indikatoren sicherstellen, dass die Anforderungen des Tierschutzgesetzes eingehalten werden. Das vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderte Projekt "Q-Check" will die Landwirte dabei unterstützen. Vorhandene Daten sollen dafür genutzt und Digital ausgewertet werden. In Zusammenarbeit mit dem Thüneninstitut und der Hochschule Osnabrück wurde für Q-Check mittels Expertenbefragung ein erstes Bündel von Indikatoren zur Messung des Tierwohls definiert.

Die wesentlichen Indikatoren beeinhalten:

  • Den Anteil der Kühe mit einem Zellzahlgehalt < 100.000 Zellen/ml beziehungsweise > 400.000 Zellen/ml.
  • Die Mastitisrate bei erstlaktierenden Tieren oder Neuinfektion im Bestand.
  • Den Anteil der Kühe in der Frühlaktation mit einem Fett-Eiweißquotienten > 1,5 beziehungsweise < 1,0.
  • Merzungsrate sowie Nutzungsdauer.
  • Anteil der Totgeburten und Kälberverluste.

Bis zu 100 Prozent der Kühe in Deutschland erfassen

Den Wissenschaftlern zufolge können über bestehende Datenquellen wie der Milchleistungs- und Milchgüteprüfung, dem Herkunftsinformationssystem Tier (Hi-Tier) sowie dem Qualitätsmanagement Milch (QM-Milch) zwischen 88 und 100 Prozent der Milchkühe in Deutschland über diese Indikatoren abgedeckt werden.

„Es war uns wichtig, die Durchführung der betrieblichen Eigenkontrolle effizient und praxisnah zu unterstützen", erklärte Projektkoordinatorin Dr. Sabrina Hachenberg vom Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätprüfungen (DLQ). Daher werde auf etablierte und deutschlandweit vereinheitlichte Analyse- und Erfassungssysteme zurückgegriffen. Damit könne nicht nur ein wesentlicher Beitrag für das Herdenmanagement und die betriebliche Eigenkontrolle geliefert werden, sondern darüber hinaus auch ein „proaktiver Vorschlag für nationales Tierwohlmonitoring". Ziel sei es, bis zum Projektende im Juni 2020 den Landwirten mit einem „Q-Check-Report" eine Onlinetool zur Verfügung zu stellen. Damit könnten die Milchviehhalter die eigenen Betriebsergebnisse mit denen anderer Halter vergleichen.

Mit Material von AgE

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