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Haltungstechnik

Milchviehstall: Beschleunigter Kuhverkehr durch Fingergatter

Selektionstor aus Nordamerika Fingergatter
Benedikt Rodens
am
18.05.2017

Um Kühe im Stall zu lenken, sind Einwegtore nicht mehr wegzudenken. Aus Kanada kommt eine neue Technik, die den Kuhverkehr beschleunigt: Fingergatter.

Statt schmaler Einwegtore setzen Milchviehbetriebe in Kanada Fingergatter ein. Der große Vorteil besteht darin, dass sie über eine größere Breite eingesetzt werden können und auf diese Weise die Laufgänge besser genutzt werden können. Betriebsbeispiele aus Kanada zeigen, dass die Technik praxisreif und vielseitig einsetzbar ist. In Betrieben mit automatischen Melksystemen und gelenktem Kuhverkehr kommen gleich mehrere Einwegtore zum Einsatz:

  • im Wartebereich des Melkroboters,
  • am Ausgang des Melkroboters,
  • im Nachwartebereich des Melkroboters,
  • an Übergängen zum Selektions- oder Strohbereich,
  • an allen Übergängen vom Futtertisch zum Liegebereich.

Je nach Größe des Stalls kommen auf diese Weise schnell zwischen fünf und zehn Tore zum Einsatz.

Kuhverkehr: Einwegtore auch mit Tücken

Leider haben die bei uns üblicherweise eingesetzten Einwegtore auch ihre Tücken. Manchmal sind Tore zu schwergängig oder konstruktionsbedingt für die Tiere schwer zu öffnen und erfüllen damit ihren Einsatzzweck nicht.

Gerade junge Tiere stehen oft vor verschlossenen Toren, obwohl sie geöffnet sind. Weil man sich dann nicht besser zu helfen weiß, werden die Tore mit Stricken aufgebunden und damit das System des gelenkten Kuhverkehrs ad absurdum geführt. Zwar können junge Tiere jetzt wie vorgesehen die Bereiche wechseln, doch gerade die alten Hasen nutzen die Gelegenheit, um jederzeit in Bereiche zu gelangen, in denen sie eigentlich nichts zu suchen haben.

Breite Laufgänge überbrücken

Doch es gibt noch ein anderes Problem. Lauf- und Übergänge wurden in den letzten Jahren immer breiter, damit ranghöhere und -niedere Tiere ohne Rangeleien aneinander vorbeigehen können. Mit dem Einsatz von Einwegtoren wird dieser Aspekt wieder zunichte gemacht. Denn dadurch verringert sich zum Beispiel ein 4 m breiter Übergang auf die Breite des Einwegtors, das meist nur etwa eine Breite von 1 m aufweist.

Versperrt eine ranghöhere Kuh das Tor, kann eine rangniedere Kuh zum Beispiel nicht vom Fress- in den Liegebereich. Sie muss so lange warten, bis die ranghöhere Kuh den Platz freiwillig räumt. Der Vorteil des breiten Laufgangs ist somit völlig dahin. Außer höheren Baukosten hat in diesem Fall der gute Wille nichts gebracht.

Der vollständige Beitrag ist in dlz primus Rind April 2017 erschienen.

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Fingergatter im Kuhstall: Pro und Contra

MIlchkühe im Stall durchschreiten ein Fingergatter
Kuh im Stall
Kuh vor Fingergatter
Kuh im Fingergatter stehend
Fingergatter im Kuhstall
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