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Milchproduktion

Milch/Weltmarkt: Produktion stabil - Handel wächst

von , am
18.12.2012

Das kräftige Wachstum der Milchproduktion kommt 2013 insbesondere in den großen Exportländern zum Stillstand. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage der großen Importländer hoch.

Mittlerweile fürchten Experten, dass die hohen Milchpreise den Verbrauch drosseln könnten. © tinadefortunata/Fotolia.com
Teilweise nehmen die Importe – wie im Fall im Chinas - sogar weiter zu. Dies sind gute Voraussetzungen für stabile Preise im ersten Halbjahr 2013 und für einen Preisanstieg in der zweiten Jahreshälfte 2013. Davon gehen die Analysten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) in einer aktuellen Analyse zur Entwicklung am internationalen Milchmarkt aus.

Angebotszuwachs hat Preise gedrückt

Im zurückliegenden Jahr 2012 haben die hohen Milchpreise des Vorjahres sowie die starke Nachfrage an den Exportmärkten zu einem überdurchschnittlichen Wachstum der Milchproduktion in den wichtigsten Exportländern geführt. Der kräftige Angebotszuwachs löste dann im Jahresverlauf einen empfindlichen Rückgang der Exportpreise sowie der Milchpreise in den Exportländern selbst aus.

Kostenanstieg bremst die Produktion

Ausgelöst durch die Trockenheit in Südamerika Anfang 2012 sowie durch die nachfolgende Dürre in den USA, kam es zudem weltweit zu einem scharfen Anstieg der Futterkosten in der Milchproduktion. Der Kostenanstieg hat das Produktionswachstum zusätzlich gedrosselt und sowohl in den USA als auch Europa und zu einem Abbau der Kuhbestände sowie zeitweise zu einem Rückgang der Produktion unter das Niveau des Vorjahres geführt.
 
Auch in Ozeanien und Südamerika haben die sich verschlechternden ökonomischen Rahmenbedingungen - in Verbindung mit der ungünstigeren Witterung - das Produktionswachstum abgebremst.

Auch in Ozeanien kein Zuwachs mehr

Nach dem sehr starken Angebotszuwachs in den Jahren 2011 und 2012 gehen die Analysten des USDA für das Jahr 2013 von einer Stabilisierung der Produktion in den meisten Exportländern aus. So rechnet man für die ozeanischen Länder im kommenden Jahr mit einer stabilen Produktion (Neuseeland) oder mit einem leichtem Zuwachs von eine Prozent (Australien). In 2012 war die Milchprodukten in Neuseeland noch um sieben Prozent gewachsen und im Jahr davor sogar um zehn Prozent.
 
In Australien nahm die Milchproduktion im vergangenen Jahr um knapp fünf Prozent zu und im Jahr davor um knapp drei Prozent.

Stagnation in der EU und den USA

Auch in den USA rechnet man nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit einem Wachstum von jeweils zwei Prozent nun mit einer Stagnation der Produktion bei einem gleichzeitigen futterkostenbedingten Rückgang der Kuhbestände.
 
Für die EU erwarten die US-Experten für 2013 aus den gleichen Gründen ebenfalls einen Abbau der Kuhbestände. Wegen der steigenden Milchleistung kommt es in Europa dennoch zu einem leichten Produktionszuwachs von knapp einem Prozent.
 
Das stärkste Produktionswachstum erwartet man für 2013 - trotz der erheblichen witterungsbedingten Probleme - mit etwa vier Prozent in Argentinien. Allerdings hat sich die Wachstumsdynamik auch hier mehr als halbiert. 

China gibt den Ausschlag

Während die Produktion bei den großen Exporteuren im kommenden Jahr also im Wesentlichen stagniert, wird bei den wichtigsten Importeuren eine weitere - zum Teil sehr kräftige - Zunahme der Importe erwartet. Dies sind sehr gute Vorsetzungen für stabile oder erneut steigende Exportpreise.
Entscheidend für die Preise und Nachfrageentwicklung am Weltmarkt wird dabei die Nachfrage Chinas sein. Das Reich der Mitte ist in wenigen Jahren zum weltweit größten Importeuer von Milchprodukten - speziell von Milchpulver - geworden.

Chinas Importwachstum bleibt zweistellig

Chinas Import von Milchpulver soll - trotz der ebenfalls steigenden eigenen Milchproduktion - im nächsten Jahr kräftig zunehmen. Bei dem auch für die Europäer und die USA wichtigen Exportprodukt Magermilchpulver erwarten die US-Experten eine weitere Zunahme der chinesischen Einfuhren von 18 % oder 35.000 Tonnen (t) auf 235.000 t. (Im laufenden Jahr sind die Importe um 50 % gewachsen).
 
Gleichzeitig soll die chinesische Einfuhr von Vollmilchpulver um zwölf Prozent (45.000 t) auf 410.000 t zunehmen. Davon profitieren allerdings ganz besonders die Neuseeländer, die ihre Produktion immer stärker auf den chinesischen Markt ausrichten. 

Andere Importeure kaufen auch mehr

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Aber auch bei anderen wichtigen Importeuren hat das USDA auf Grund der Entwicklung von Einkommen, Produktion und Verbrauch größere Importmengen prognostiziert. Dies trifft bei Magermilchpulver unter anderem auch auf Indonesien, die Philippinen und Algerien zu.
 
Dagegen stagnieren die Einfuhren Russlands ebenso wie der Magermilchimport Mexikos. Erfreulich für die Europäer (insbesondere für Deutschland), ist der moderat wachsende Käseimport Russlands. Allerdings steht man hier mit Weißrussland und der Ukraine in unmittelbarer Konkurrenz.
Ebenfalls moderat zunehmen werden 2013 wohl auch die Käseimporte Japans. Dies kommt allerdings vor allem den Neuseeländern zu Gute, deren Käseexporte ganz besonders Richtung Japan , Korea und Australien fließen.
 
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