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Haltung und Mast

Mischfutterherstellung geht weiter zurück

von , am
26.06.2010

Hannover - Schlechte Preise für Milch und stärkerer Eigenverbrauch von Getreide aufgrund niedrigerer Verkaufserlöse lassen die Produktion von Mischfutter in der europäischen Gemeinschaft in diesem Jahr voraussichtlich weiter sinken.

© Christian Wagner/Fotolia

Bereits im vergangenen Jahr war es zu einem spürbaren Rückgang gekommen. Europaweit wurden im Jahr 2008 insgesamt 153,4 Millionen Tonnen Mischfutter hergestellt, vorwiegend für Schweine, Rinder und Geflügel. Nach vorläufigen Zahlen war die Produktion 2009 auf 147,6 Millionen Tonnen gesunken. Experten erwarten für dieses Jahr einen weiteren Rückgang auf nur noch 146,1 Millionen Tonnen.

Für den Rückgang wird vor allem ein eingeschränkter Verbrauch der Milchviehhalter aufgrund des dramatischen Verfalls der Milchpreise verantwortlich gemacht. Die Produktion von Rindermischfutter sank deshalb im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 38,6 Millionen Tonnen und soll auch in diesem Jahr stärker sinken als in den anderen Bereichen.

Mehr eigenes Getreide verfüttert

Die Herstellung von Schweinemischfutter wurde 2009 um 4,6 Prozent auf 50,1 Millionen Tonnen reduziert. Wegen der schlechten Getreidepreise hatten die Schweinehalter zunehmend eigenes Getreide verfüttert, statt es zu verkaufen. Für das laufende Jahr wird ein weiterer Rückgang um 1,2 Prozent auf 49,5 Millionen Tonnen erwartet. Lediglich für Geflügelmischfutter rechnen Experten wegen des weiteren Anstiegs der Nachfrage nach Geflügelfleisch mit einer leichten Zunahme des Aufkommens um 0,3 Prozent auf 48,6 Millionen Tonnen. Im Jahr 2009 war die Erzeugung dagegen um 1,2 Prozent auf 48,4 Millionen Tonnen gesunken.

Spanien ist Spitzenreiter

Das meiste Mischfutter wird in Spanien hergestellt. Dort wird das Aufkommen für dieses Jahr auf 21,4 Millionen Tonnen  geschätzt. Grund ist die starke Expansion der Schweinehaltung in den vergangenen Jahren. Kaum weniger Mischfutter wird allerdings in Deutschland produziert. Mit voraussichtlich 21,2 Millionen Tonnen dürfte das Vorjahresaufkommen sogar um 1,6 Prozent übertroffen werden. Im vergangenen Jahr war der Rückgang hier allerdings auch stärker als im Mittel der Gemeinschaft. Ebenfalls eine große Mischfutterproduktion weist Frankreich mit 20,3 Millionen Tonnen auf, der noch 2008 behauptete Spitzenplatz als größter Mischfutterproduzent der EU ging damit indes verloren.

Mischfutter aus Südoldenburg

Mit jeweils knapp 14 Millionen Tonnen verfügen auch Großbritannien, Italien und die Niederlande über eine umfangreiche Mischfutterproduktion, alle anderen EU-Länder liegen deutlich darunter. Innerhalb Deutschlands kommt Niedersachsen die Rolle als wichtigster Mischfutterproduzent zu. Leistungsfähige Werke stellen hier allein 40 Prozent des gesamten deutschen Mischfutters her. Ein Schwerpunkt ist die veredelungsintensive Region Südoldenburg mit großen Schweine- und Geflügelbeständen. (lpd)

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