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Milchmarkt

Molkerei Sachsenmilch zahlt Bonus für Mehrlieferung

Milchflaschen von Sachsenmilch
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
06.10.2016

Während die EU und Bundesagrarminister Schmidt die Milchmengen verringern wollen, bietet Sachsenmilch in Leppersdorf sogar einen Zuschlag für mehr Milch.

Weil die Sachsenmilch GmbH in Leppersdorf bessere Absatzmöglichkeiten hat und die Milch knapp ist, zahlt sie für zusätzliche Milchanlieferungen im 4. Quartal 2016 einen Zuschlag (Mehrlieferbonus) von 3 Cent/kg. Ziel sei es, die Rohstoffbasis nicht nur zu sichern sondern auch auszubauen, heißt es in einem Schreiben an die Milcherzeuger. Auch Erzeuger, die im laufenden Kalenderjahr die Anlieferung nach Leppersdorf neu aufgenommen haben, kommen in den Genuss dieses Programms, teilt die Sachsenmilch mit.

Die Sachsenmilch gewährt den Zuschlag für die zusätzlichen Mengen pro Monat gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. Ebenso hat die Molkerei angekündigt den Milchpreis ab Oktober um drei Cent auf 27,25 Cent/kg Grundpreis plus S-Zuschlag und Liefermengenbonus zu erhöhen. Basis sind 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ohne Mehrwertsteuer. Die Molkerei will dabei die durchschnittlichen Tagesanlieferungen der monatlichen Vergleichszeiträume heranziehen.

Die Molkerei erwartet für das Oktober bis Dezember einen durchschnittlichen Milchpreise für Vertragslandwirte von 30 Cent/kg.

Weitere Molkereien erhöhen im Oktober

Neben Sachsenmilch haben auch weitere Molkereien Erhöhungen angekündigt.

  • So will die DMK Group ab Oktober den Grundpreis um 3 Cent/kg auf 25,2 Cent/kg plus Milkmasterbonus und Logistikbonus erhöhen.
  • Arla Foods hat vor kurzem für Oktober um 2 Cent/kg höhere Milchpreise angekündigt. Der Basispreis soll dann bei 26,58 Cent/kg netto betragen. Basis sind jeweils  4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ohne Mehrwertsteuer. Für GVO-freie Fütterung zahlt Arla einen Cent/kg mehr.
  • Ebenfalls um drei Cent nach oben geht der Milchpreis bei FrieslandCampina. Der Garantiepreis für Oktober beträgt für die niederländischen Milchlieferanten dann 29,25 Cent/kg, 3 Cent mehr als für September. Basis sind hier jedoch  3,47% Eiweiß, 4,41% Fett und 4,51% Laktose sowie eine Milchanlieferung von 600.000 kg pro Jahr.

Milchpreise ziehen weiter an

Weltweit steigende Notierungen an den Milchbörsen werden zu höheren Preisen für den Milcherzeuger und Verbraucher führen, kündigt der Milchindustrieverband an.

Die Gründe seien einleuchtend: das Rohstoffangebot an Milch hat sich aufgrund des langen Sommers deutlich verringert und nicht zuletzt haben die niedrigen Preise der letzten Monate Milcherzeuger veranlasst, den Molkereien weniger Milch anzudienen. „Diese Entwicklung ist aber nicht auf politische Entscheidungen oder geplante Maßnahmen für eine Milchmengenreduzierung auf nationaler oder europäischer Ebene zurückzuführen“, führt Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes in Berlin aus.

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