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Molkereien

Molkerei Schwälbchen will rentabler werden

Verschüttete Milch
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
29.12.2017

Die Molkerei Schwälbchen will nach einer Ergebnisdelle 2017 im kommenden Jahr des 80-jährigen Bestehens wieder ein besseres Ergebnis ausweisen.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und genug Potenziale für die Zukunft“, sagte Vorstandschef Günter Berz-List der Deutschen Presse-Agentur in Bad Schwalbach. Schon für das erste Halbjahr 2018 rechnet der Manager mit einem zweitstelligen Umsatzplus und einer operativen Ergebnisverbesserung. Die Molkerei feiert 2018 ihr 80-jähriges Bestehen.

Neben einem Ausbau des Sortiments mit Frischeprodukten wie Sahne, saisonabhängigen Kaffeegetränken sowie türkischen Joghurt- und Ayran-Produkten setzt Berz-List bei seiner Prognose auf ein wachsendes Außer-Haus-Geschäft. Dabei werden Cateringunternehmen, Betriebskantinen, Hochschulen, Hotels und Restaurants mit großen Mengen Milch, Joghurt, Sahne, Quark oder Schmand beliefert. Dieses Segment sei zwar nicht so stark wie der Verkauf über den Einzelhandel, nehme aber immer mehr zu, berichtete der Molkerei-Chef.

Milchmarkt vor einer Wende

Allerdings geht Berz-List für 2018 von einer Trendwende am Markt aus. 2017 waren für Milchfettprodukte wie Butter rekordhohe Preise im Vergleich zu Magermilchprodukten erzielt worden. Diese Spreizung habe zu Marktverwerfungen geführt, erklärte der Vorstandschef.

Nicht nur für Schwälbchen als Hersteller von Konsummilch und Frischeprodukten sei diese ungleiche Preisentwicklung schwierig gewesen, auch die Landwirte hätten Probleme, ihre Produktion anzupassen.

Milchverarbeitung bleibt konstant

Die Schwälbchen-Gruppe wird wegen dieser Marktentwicklung den Überschuss aus dem Vorjahr von 3,16 Millionen Euro nach vorläufigen Zahlen 2017 nicht wieder erreichen und beim Ergebnis nach Steuern klar unter drei Millionen Euro bleiben, kündigte Berz-List an.

Der konsolidierte Umsatz der Gruppe wird dagegen um 8 Prozent auf rund 180 Millionen Euro in 2017 steigen. Die Milchverarbeitung wird mit 133 Millionen kg auf dem Vorjahresniveau liegen.

"Bedingt akzeptabler Geschäftsverlauf"

"Wir hatten nur einen bedingt akzeptablen operativen Geschäftsverlauf", räumte der Vorstandschef ein. Erst in den letzten Monaten des Jahres seien die Preise etwa für Frischmilch oder Sahne angezogen, das habe aber nicht mehr für eine durchschlagende Ergebnisverbesserung gereicht. Butter hat Schwälbchen nicht im Sortiment.

Schwälbchen werde aber trotzdem die Dividende von 60 Cent konstant halten und biete den rund 300 Milchbauern derzeit einen Auszahlungspreis von knapp 40 Cent/kg Milch. "Wir bleiben in ruhigem Fahrwasser", versicherte der Manager. Das Unternehmen habe mit der Umstrukturierung die richtigen Weichen gestellt, um auch ein schwächeres Jahr zu verkraften.

Mit Material von dpa
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