Login
Milchproduktion

Molkerei Zott wehrt sich gegen Vorwürfe der Allgäuland GmbH

von , am
12.03.2010

Mertingen - Die Molkerei Zott wehrt sich in einer Pressemitteilung gegen die Vorwürfe der Allgäuland GmbH, Zott wolle der Bergbauern-Schönau eG Schaden zufügen.

So wären Milchbauern der Bergbauern eG auf die Molkerei Zott zugekommen, um nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Dies bestätigten auch Genossenschaftsmitglieder gegenüber dem dlz agrarmagazin.

Ziel der Bergbauern sei es, die Genossenschaft im Ganzen zu erhalten. So sehen etliche Mitglieder die Gefahr, dass die eG auseinanderfalle, wenn Allgäuland keine zukunftsfähigen Lösungen anbieten könne.

Landwirte: 'Wir haben kein Vertrauen mehr'

Grund: Schon andere Molkereien hätten vereinzelt Verträge mit Mitgliedern der Bergbauern eG geschlossen, bestätigen Landwirte immer wieder. "Wir haben kein Vertrauen mehr", so ein Genossenschaftsmitglied.  Nach dessen Meinung hätten bereits 28 Prozent der Mitglieder in der Bergbauern eG gekündigt. Die Genossenschaft verfügt über rund 850 aktive Lieferanten und rund 100 Millionen Kilo Milch.

Bergbauern-Mitglieder beantragen außerordentiche Generalversammlung

Jetzt haben Mitglieder der Bergbauern eG eine außerordentliche Generalsversammlung beantragt. Die notwendige Zahl der Unterschriften von mindestens zehn Prozent sei vorhanden, bestätigt Allgäuland-Chef Mohsmann. Er versicherte erneut, dass Allgäuland bis Mitte des Jahres die Milchpreis-Lücke schließen werde. Im Februar hat Allgäuland den Milchpreis gegenüber Januar unverändert gelassen. So erwartet Mohsmann, dass das Unternehmen nach dem Schließen des Werkes in Augsburg Ende März erhebliche Kostenentlastungen erreiche. Er rechnet dabei mit einer Entlastung von rund einem Cent/kg über die Betriebsschließungen, rund ein Ct/kg sollen über Mehrerlöse vom Markt kommen.

Zott weist Vorwürfe auf das Schärfste zurück

Die Molkerei Zott hatte angeboten, den Standort Sonthofen mindestens zehn Jahre zu erhalten und die Marke Bergbauern Milch  am Markt zu etablieren. Nach einer Aufbauphase von bis zu drei Jahren wolle Zott einen überdurchschnittlichen Milchpreis zahlen, der sich an anderen Markenmolkereien orientiere. In der Aufbauphase habe Zott den Bergbauern den üblichen Zott-Milchpreis angeboten. Zott weist daher den Vorwurf  "der Bergbauern-Genossenschaft Schaden zufügen zu wollen, auf das Schärfste zurück." Vielmehr sieht Zott "die Zukunft der Genossenschaft, insbesondere aber der Milchbauern, mit ihren Konzept" gestärkt. Per einstweiliger Verfügung hatte Heinz Lipp, Vorstand der Bergbauern eG die Informationsveranstaltungen der Molkerei Zott im Oberallgäu einstellen lassen. Ob Zott gegen die gerichtliche Verfügung vorgehen wird, war am Freitag noch offen. (jo, dlz agrarmagazin)

Auch interessant