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Milchmarkt

Molkereien prognostizieren weiter sinkende Milchpreise

© FrieslandCampina
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Katharina Krenn , agrarheute
am
21.01.2016

Auf dem Milchfrühschoppen anlässlich der Grünen Woche gab der Milchindustrieverband seine Einschätzung hinsichtlich der Milchmarktentwicklung. Was den Milchpreis 2016 angeht, ist die Prognose wenig rosig.

Der Milchmarkt ist derzeit mehr als gesättigt. Überschuss-Treiber sind vor allem die Länder Irland, Niederlande, Polen und auch Deutschland. Und die Marktlage werde sich auch in den ersten Monaten von 2016 weiter schwierig gestalten, die Milchpreise vermutlich weiter sinken, so die Prognose des Milchindustrieverbands (MIV). Denn für das Frühjahr sei von steigenden Milchmengen auszugehen, auch wenn durch Klimaeinflüsse wie in Neuseeland und USA die Milchproduktion gebremst werde.

So entwickelt sich der Milchpreis in 2016

Einige Molkereien haben bereits noch niedrigere Milchauszahlungspreise für den Jahresstart 2016 vorausgesagt als zuvor. Das erste Halbjahr 2016 wird aller Voraussicht nach laut Stahl im Schnitt sogar unter dem Vorjahresniveau liegen. Der Verband geht davon aus, dass  der Durchschnittpreis für Rohmilch nicht viel höher sein wird als 2015. Laut aktuellen Zahlen lag dieser 2015 bei bundesweit durchschnittlich 29 Cent/kg bei 4,0 Prozent Fett. Die regionale Spreizung sei dabei jedoch enorm. Molkereien mit einem hohen Anteil an Marken im Sortiment könnten besser auszahlen, als die Molkereien, die im Commoditybereich unterwegs sind.

Preisentwicklung für Milchpulver und Butter

Bei Magermilchpulver konnten bis Oktober 2015 mehr als 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr besonders im Drittland abgesetzt werden, nicht zuletzt aufgrund des niedrigeren Preisniveaus. „Sollte jedoch kein deutlicher Anstieg der Nachfrage vom Weltmarkt einsetzen, dürften die Verkäufe von Magermilchpulver an die Interventionsstellen vermutlich fortgesetzt werden.“, erklärte  MIV-Vorsitzender Peter Stahl.  Lediglich bei Butter zeige sich der Markt freundlicher, wenn auch auf niedrigerem Preisniveau gegenüber den letzten zwei Jahren.

Vertragsfreiheit zwischen Molkerei und Erzeugern

Von verschiedenen Stellen wurde erneut die Diskussion um die vertragliche Beziehung zwischen Molkerei und Milcherzeuger eröffnet. Der Milchindustrie-Verband spricht sich generell für die Vertragsfreiheit zwischen Molkerei und Milcherzeuger aus, das gilt im genossenschaftlichen wie auch im privaten Molkereisektor. Schon heute seien die verschiedensten Vertragsvarianten und Milchlieferordnungen der Genossenschaften in der Praxis und werden stetig weiterentwickelt. Und gerade in den Genossenschaften könnten Milcherzeuger ihr Unternehmen bei solchen Fragen mitgestalten. Der Staat sollte sich daher nicht einmischen, wie in anderen Agrarbereichen auch. Vorgeschriebene Verträge seien keine Lösung für Marktprobleme, so das Fazit des MIV.

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