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Haltung und Mast

Mortler mahnt Anpassung der EU-Richtlinie an

von , am
19.08.2009

München - Die EU fordert von der Bundesrepublik eine Stellungnahme bezüglich der Kälberanbindung in Berggebieten. In einem Schreiben an EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel mahnt CSU-Agrarexpertin Marlene Mortler jetzt eine Anpassung der EU-Kälberhaltungsrichtlinie an.

Marlene Mortler © Werkbild

Der Freistaat Bayern hatte in enger Abstimmung mit den Fachressorts auf Bundesebene eine Regelung zur flexiblen Auslegung der EU-Kälberhaltungsrichtlinie getroffen.

Damit wurde eine Forderung des Bayerischen Bauernverbandes erfüllt. Traditionelle Tierhaltungsformen wie etwa die saisonale Kälberanbindung konnten und können derzeit noch in den Betrieben durchgeführt werden.

 

Kompromiss in Frage gestellt

Die Europäische Kommission hat die Bundesrepublik Deutschland allerdings vor einiger Zeit zu einer Stellungnahme im Hinblick auf die Situation bei der Kälbernanbindung in Berggebieten aufgefordert. Es ist nicht auszuschließen, dass der in Bayern gefundene Kompromiss nun von der EU-Kommission beanstandet werden und in dieser Form nicht dauerhaften Bestand haben könnte, so der Bayerische Bauernverband in einer Pressemitteilung. Der Berufsstand spricht sich unmissverständlich für den Fortbestand der bayerischen Lösung aus.

Auf Betreiben des Bayerischen Bauernverbandes hin wurde die Forderung nach Beibehaltung traditioneller Tierhaltungsformen in Berggebieten auch in die internationale Resolution zur Zukunft der Berglandwirtschaft mitaufgenommen.

Traditionelle Haltungsformen mit berücksichtigen

Eine dauerhafte Lösung der Problematik kann jedoch nur in Brüssel erzielt werden. Aus diesem Grunde hat sich die Bundestagsabgeordnete und Stellvertretende Landesbäuerin, Marlene Mortler, in einem Schreiben an die EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel gewandt und eine Anpassung der EU-Kälberhaltungsrichtlinie zugunsten benachteiligter Gebiete - speziell der Berggebiete - angemahnt.

Ein sachgerechter Kompromiss müsse sowohl Aspekte des Tierschutzes berücksichtigen als auch der Bedeutung traditioneller Haltungsformen in besonderer Weise Rechnung tragen. Die Möglichkeit der saisonalen Anbindungshaltung von Tieren sei - so Mortler - von erheblicher Bedeutung, wenn es um die Sicherung und den Erhalt der Berglandwirtschaft in Bayern geht.

Marlene Mortler traf sich vor kurzem auch mit dem Südtiroler Landwirtschaftslandesrat Hans Berger und dem neuen Südtiroler EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. Neben dem Thema "Anbindehaltung" gab es einen intensiven Gedankenaustausch zu zahlreichen weiteren Gemeinsamkeiten und Problemfeldern in der grenzüberschreitenden Berglandwirtschaftspolitik. (pd)

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