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Milchproduktion

MUH investiert in Wachstum

von , am
16.06.2011

Pronsfeld - Bei einem weiterhin festen bis steigenden Milchpreis im zweiten Halbjahr 2011 erwartet die Milch-Union Hocheifel eG (MUH) für das Kalenderjahr insgesamt einen neuen Rekordumsatz.

Luftbildaufnahme des Standorts der Milch-Union Hocheifel eG. © MUH
"Der Milchpreis wird 2011 weiter steigen, wenn keine unerwarteten Überraschungen eintreten. Die Markttendenz ist stabil bis fest", stellte der geschäftsführende MUH-Vorstand Rainer Sievers gestern auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Pronsfeld in der Eifel fest.
 
Im vergangenen Jahr konnte die Genossenschaft ihren Umsatz um 16,1 Prozent auf 613 Millionen Euro erhöhen. Damit wurde das Niveau von 2008 fast wieder erreicht. Den Auszahlungspreis für ihre Mitglieder hob die Milch-Union aufgrund der besseren Marktlage 2010 um 6 Cent auf 33,93 Cent je Kilo (kg) Milch mit 3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß einschließlich Mehrwertsteuer und Warenrückvergütung an.

Milchanlieferung über Vorjahresniveau

Sievers räumte ein, aufgrund seiner Spezialisierung auf Trinkmilchprodukte sei das Unternehmen in der Wertschöpfung im Vergleich zu Molkereien, die vornehmlich Käse, Butter und Milchpulver herstellen, im Nachteil gewesen. Die verarbeitete Milchmenge stieg 2010 um 7,8 Prozent auf rund 1,24 Milliarden kg.
 
Laut Sievers ist das MUH-Werk in Pronsfeld der zweitgrößte Molkereistandort in Europa nach Leppersdorf. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres lag die Milchanlieferung erneut um sieben bis acht Prozent über der Vorjahreslinie. In Pronsfeld investierte die Genossenschaft 2010 mehr als 28 Millionen Euro in die Optimierung des Standortes.
 
Im Herbst soll eine neue Lagerhalle in Betrieb genommen werden. Im Juli 2013 plant das Unternehmen die Inbetriebnahme eines neuen Trockenturmes zur Herstellung von Milchpulver in Babynahrungsqualität. Der Trockenturm wird eine zusätzliche Verarbeitungskapazität von 400 Millionen kg Milch haben.
 
Außerdem wird das Werk um eine neue Milchannahme, eine Butterei und zusätzliche Lagerkapazitäten ergänzt.

Milchproduktion im Nordwesten wird steigen

Rainer Sievers, geschäftsführender Vorstand der Milch-Union Hocheifel. © leh
Sievers geht fest davon aus, dass die Milchproduktion im Nordwesten Deutschlands nach dem Ende der Quotierung zunehmen wird. "Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die Mitglieder auch künftig einen satzungsgemäß sicheren Absatz für ihre Milch haben werden", sagte der MUH-Vorstandsvorsitzende Manfred Graff.
 
Sievers hob hervor, die genossenschaftlichen Mitglieder würden die Unternehmensstrategie des selbstständigen Wachstums aus eigener Kraft voll mittragen. Darüber sei nach einer eingehenden Befassung mit der Zukunft der Molkerei im vorigen Jahr Einigkeit erzielt worden.

Große Erwartungen in Exportgeschäft

Große Erwartungen setzt die MUH auf das Exportgeschäft. Zwar stagnierte der Exportanteil am Umsatz 2010 bei etwa 40 Prozent. Die Vertriebsgesellschaft MUH France konnte ihren Umsatz jedoch um ein Viertel auf 56 Millionen Euro steigern. Drei Jahre nach dem Start in Frankreich ist die Milch-Union in sieben der zehn größten Lebensmittelketten des französischen Einzelhandels gelistet.
 
Die Vertreterversammlung der Genossenschaft verlief nach Darstellung des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Land "harmonisch". Alle Personalvorschläge zur Neuwahl mehrerer Mitglieder aus Vorstand und Aufsichtsrat wurden gebilligt. Erstmals seit Jahren fand die Versammlung wieder auf dem Betriebsgelände des Unternehmens statt.
 
 
Norbert Lehmann
Freier Agrarjournalist
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