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Milchproduktion

MV: Strukturwandel in der Milchwirtschaft

© Katharina Krenn/agrarheute
von , am
22.04.2013

In Mecklenburg Vorpommern setzt sich der Strukturwandel weiter fort. In den letzten fünf Jahren ist der Milchviehbestand um 4.000 Tiere gewachsen, wobei die Zahl der Betriebe weiter gesunken ist.

Wie rentabel ist das Kraftfutter?
Obwohl der Milchmarkt derzeit durchaus als gut bezeichnet werden kann, zählen die Milchbauern nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus überwiegend nicht zu den zufriedenen Erzeugern. Der Grund dafür sei die Tatsache, dass eine vollständige Kostendeckung allein aus der Milcherzeugung heraus für eine Vielzahlvon Betrieben nicht erreicht werde, erklärte Backhaus vergangene Woche auf dem Milchbauerntag in Karow.
 

Backhaus sichert der Milchwirtschaft Unterstützung zu

Backhaus hob hervor, dass die Marktbedingungen für die Milchbauern immer komplexer und härter würden. Die Ursachen dafür seien unter anderem die Flächenkonkurrenz, aber auch höhere Anforderungen an den Natur- und Umweltschutz, die Produktionsbeschränkungen zur Folge hätten und nicht für jedermann leistbare Investitionen nach sich ziehen könnten. Der Minister sicherte der Milchwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern seine Unterstützung zu; zugleich verwies er auf die überproportional hohe Förderung, die die Branche in den vergangenen Jahren erfahren habe. Seit 1991 seien Zuschüsse von insgesamt fast 570 Millionen Euro in die Milchwirtschaft des Landes geflossen, wodurch Investitionen von mehr als 1,7 Milliarden Euro ausgelöst worden seien. Rund 52 Prozent der gesamten Markstrukturförderung seien für die Molkereien verwendet worden, und beim Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) liege der Anteil der Milchviehwirtschaft bei über 42 Prozent.

Starker Strukturwandel

Mit Blick auf die für 2015 angepeilte Abschaffung der EU- Milchkontingentierung stellte der Ressortchef fest, dass sich die meisten Milchbauern längst auf marktwirtschaftliche Bedingungen eingestellt hätten. Der Milchviehbestand in Mecklenburg- Vorpommern sei in den zurückliegenden fünf Jahren um etwa 4.000 Tiere gewachsen, und die Zahl der Betriebe habe sich weiter verringert. Während 2008 noch 1.030 Betriebe Milchvieh gehalten hätten, seien es Ende 2012 nur noch knapp 900 gewesen; das sei ein Minus von 13 Prozent. Bundesweit habe in diesem Zeitraum die Zahl der Milcherzeuger um 17 Prozent abgenommen. Obwohl sich die Konzentration und der Agrarstrukturwandel ungebremst fortsetzten, stimme der oft verbreitete Eindruck nicht, dass es in Mecklenburg-Vorpommern überproportional viele Tiere gebe, betonte der Minister.

Zahl der Tiere geht zurück

Im Jahr 1989 hätten landesweit noch 431.000 Milchkühe in den Ställen gestanden; heute seien es nur noch 178.000 Tiere, also fast 60 Prozent weniger. Überdurchschnittlich gestiegen sei aber die Leistungsfähigkeit der Branche, die besonders modern und tiergerecht arbeite, so Backhaus. Während in Bayern heute noch etwa 60 Prozent der Milchbauern mit Anbindehaltung wirtschafteten, verfügten in Mecklenburg-Vorpommern fast alle Betriebe über moderne Boxenlaufställe. Enorm gestiegen sei auch die Leistung der heimischen Milchkühe. Diese habe 1989 noch im Schnitt bei 4.694 kg Milch im Jahr gelegen; heute seien es jährlich 8.899 Kilogramm je Kuh. Deutschlandweit sei diese Entwicklung etwas langsamer vorangegangen; hier liege der Durchschnitt pro Kuh derzeit bei jährlich 8.273 Liter.
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