Login
Rindergesundheit

Neosporose: Hundeparasit führt zu Fehlgeburten

Kuh-Gras-Fressen-Maul-Flotzmaul
Thumbnail
Jana Semenow, agrarheute
am
22.03.2018

Weltweilt gehört Neosperose zu den häufigsten Gründen für Rinderaborte. Wie Sie den Parasiten eindämmen, lesen Sie hier.

Klein und unscheinbar lauert die Gefahr in unseren Wiesen. Ein einzelliger Parasit namens Neospora caninum verursacht Fehlgeburten. Derzeit ist die Erkrankung beim Rind nicht behandelbar.

Was ist Neosporose?

Neosporose wird durch einen einzelligen Parasiten hervorgerufen, dem sogenannten Neospora caninum. Weltweit wird diese Erkrankung beim Rind für Fruchtbarkeitsprobleme und Verkalbungen verantwortlich gemacht. Aborte treten ab dem 3. Monat auf, am häufigsten im 5. und 6. Trächtigkeitsmonat. Der Parasit soll für 20 bis 40 Prozent aller ungeklärten Fehlgeburten bei Kühen verantwortlich sein.

Diagnose und Behandlung von Neosporosa

Am einfachsten lässt sich der Erreger über eine Blutprobe nachweisen. Jedoch ist derzeit kein Medikament bekannt, das Rinder vor einer Neospora-caninum-Infektion befreien kann. Auch ein Impstoff ist in Deutschland nicht zugelassen.

Wie wird Neosporose übertragen?

Der Hund gilt als Endwirt für den infektiösen Erreger. Erkrankte Hunde scheiden mit dem Kot die Parasiten-Eier (Oozysten) bis zu 3 Wochen aus. Der infizierte Kot verschmutzt dabei die Wiesen. Aber auch im geschnittenen Grünfutter scheint der Erreger zu überleben. Jedoch ist unklar, ob er die Heu- und Silagegewinnung überlebt. Sicher ist: Die Parasiten-Eier sind sehr widerstandfähig und bleiben in der Umwelt über mehrere Monate infektiös. Nehmen Rinder diese mit dem Futter oder Wasser auf, kommt es zur Erkrankung.

Der Parasit kann aber auch im Mutterleib von der Kuh direkt auf die Nachkommen übertragen werden. Bis zu 90 Prozent der infizierten Kühe sollen demnach infizierte Kälber auf die Welt bringen. Diese sind dann wiederum Träger und Ausscheider des Erregers.

Kommt es zu einem seuchenhaften verlauf der Aborte innerhalb kürzester Zeit, deutet es eher auf eine Infektion durch Hundekot hin. Bei immer wieder auftretenden Abortfällen über einen längeren Zeitraum, ist dies mehr ein Indiz auf eine Infektion im Mutterleib. Aber auch Zukaufstiere können den Erreger in den Stall bringen.

Neosporose: Infektionsquellen für Hunde

Der Hund muss sich erst selbst mit dem Erreger infizieren um anschließend andere Tierarten anstecken zu können. Frisst der Hund infizierte Nachgeburten des Rindes, scheidet er nur wenige Tage danach die Parasiten-Eier über den Kot aus. Daher kann der eigene Hofhund ein Hauptüberträger sein. Aber auch Rinder können sich durch das Fressen der Nachgeburt anstecken. Eine weitere Möglichkeit ist die Fütterung des Hundes mit rohem Fleisch, das infiziert ist. Dosen- und Trockenfutter sind davon ausgenommen, da bei der Konservierung der Parasit abgetötet wird.

Neosporose bekämpfen

  • Nachgeburten stets korrekt entsorgen und nicht im Freien deponieren, damit kein Hund sie fressen kann.
  • Keine Hunde in den Stall, um eine Verunreinigung des Rinderfutters zu vermeiden.
  • Hundehalter müssen den Kot ihres Hundes von Wiesen entfernen und korrekt entsorgen.
  • Zukaufstiere mittels Blutuntersuchung auf den Erreger testen.
  • Fehlgeburten dokumentieren und im Verdachtsfall auf den Erreger untersuchen lassen.
Mit Material von Friedrich-Loeffler-Institut, Kuhgesundheit
Auch interessant