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Aus der Wirtschaft

Neuer BSE-Status erleichtert Rindfleischhandel

von , am
13.10.2015

15 Jahre nach dem ersten BSE-Fall soll Deutschland wieder einen Status mit geringem Risiko erhalten. Damit könnten bis zu 140.000 Tonnen Rindfleisch pro Jahr wieder verkehrsfähig werden.

70 Prozent des derzeitigen spezifizierten Risikomaterials (SRM) könnten ab 2016 wieder frei verkehrsfähig sein. © Mühlhausen/landpixel
Rund 15 Jahre nach Ausbruch der BSE-Krise ist eine Rückkehr zur Normalität in Sicht. Mit der erwarteten Einstufung Deutschlands in ein Land mit vernachlässigbarem Risiko im nächsten Jahr wird der Handel mit lebenden Rindern und mit Rindfleisch sehr viel leichter werden, prognostizierte Deutschlands Chefveterinärin Dr. Karin Schwabenbauer auf der Jahrestagung der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte (VTN).

140.000 Tonnen wieder verkehrsfähig

Die Zuerkennung des Status mit vernachlässigbarem BSE-Risiko bedeutet, dass 70 Prozent des derzeitigen spezifizierten Risikomaterials (SRM) dann wieder frei verkehrsfähig seien, immerhin rund 140.000 Tonnen pro Jahr. Die Vertreter der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte  bezweifeln jedoch, dass diese Menge SRM als Lebensmittel akzeptiert würde. Sie gehen eher davon aus, dass eine Verschiebung bei den Schlachtnebenprodukten von derzeit Kategorie 1 auf zukünftig Kategorie 3 stattfinden werde. 

Weniger Kapazitäten für Tierseuchenausbrüche

Die Statusänderung werde außerdem dazu führen, dass etwa drei Betriebe aus der Beseitigung von Risikomaterialien ausscheiden und diese damit auch für die Beseitigung im Tierseuchenfall nicht mehr zur Verfügung stünden, erklärten die VTN-Vertreter. Daher könne es im Falle von Schweinepest- oder Vogelgrippe-Ausbrüchen zu Engpässen bei der raschen Beseitigung getöteter Tiere kommen. Die VTN forderten daher Bund und Länder zu verbindlichen Vorgaben für die Bereithaltung von Reservekapazitäten für Tierseuchenausbrüche auf.
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