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Wissenschaft

Neuer Gendefekt: Hohe Sterberate bei Kälbern

Neuer Gendefekt bei Holstein-Kälbern entdeckt
am Mittwoch, 10.06.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Tierärzte haben bei Holstein-Kälbern, die unter entzündeten Hautveränderungen leiden, einen neuen Erbfehler gefunden. Bis dato sind nur wenige Fälle in Deutschland bekannt.

Gendefekt führt zu schuppigen Hautveränderungen bei Kälbern

Der Tiergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer NRW hat mit einer Arbeitsgruppe aus Tiergenetikern und Tierärzten aus Gießen und Bern den rezessiven Gendefekt für den sogennanten IL-17-RezeptorA entdeckt. Bis jetzt wurden die Krankheitserscheinungen nur bei Kälbern beobachtet.

Das klinische Bild erinnere stark an das erbliche Zinkmalabsorptionssyndrom bei Holstein-Friesian oder dem ZinkDefizitLike-Syndrom (ZDL) des Fleckviehs, so die Forscher. Eine Therapie durch Zinksubstitution sei nicht möglich.

Die bis jetzt identifizierten Kälber mussten aufgrund der Schwere der Erkrankung getötet werden.

Symptome des Gendefekts: Schuppige Hautveränderungen

Betroffene Tiere entwickeln innerhalb der ersten drei bis sieben Wochen borkig-schuppige Hautveränderungen. Besonders auffällig sind die Veränderungen in der Umgebung von Augen, Maul, Anogenitalbereich und in den großen Hautfalten an Knie- und Ellenbogengelenken.

Dort bilden sich krustige Beläge, die sich insbesondere in den Hautfalten mit der Zeit blutig-eitrig verändern. Die Kälber bleiben in der Entwicklung zurück und leiden an einer Immunschwäche, die sich in einer erhöhten Anfälligkeit für Durchfall und Pneumonien äußert.

Aufruf an Landwirte: Verdachtsfälle melden

Auch an den Augen treten Symptome des Gendefekts auf

Bislang wurde der Gendefekt bei drei Kälbern diagnostiziert. Da die Tiere ein erhöhtes Sterberisiko aufgrund der Immunschwäche haben, gehen die Wissenschaftler von einer gewissen Dunkelziffer aus.

Die Forscher rufen Landwirte, die Kälber mit diesen Symptomen haben, dazu auf, sich an den Tiergesundheitsdienst zu wenden. Die ganze Veröffentlichung finden Sie in englischer Sprache hier.

 

Mit Material von Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Umfrageergebnis: So behandeln Landwirte Kälberdurchfall

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