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Aus der Wirtschaft

Neuer Milchriese: MUH und Arla schlagen Zusammenschluss vor

von , am
21.06.2012

Düsseldorf/Pronsfeld - Die Milch-Union Hocheifel (MUH) und die deutsch-skandinavische Molkereigenossenschaft Arla Foods wollen sich zusammenschließen.

Wachsen oder spezialisieren? - der Molkereimarkt wird sich in den nächsten Jahren in Deutschland ändern. © Werkbild
Wenige Tage vor der Vertreterversammlung der Milch-Union Hocheifel eG (MUH) zeigt sich der geschäftsführende Vorstand von MUH, Rainer Sievers, hinsichtlich einer Fusion mit der deutsch-skandinavische Molkereigenossenschaft Arla Foods amba optimistisch. "Wir haben mit der Fusion die Riesenchance, die Milcherzeugung in der Region für die nächste Generation zu sichern", sagte Sievers vor Agrarjournalisten in Pronsfeld am Firmensitz der MUH.
 
Das hätten auch die Landwirte erkannt, so dass er davon ausgehe, dass die Vertreter der rund 2.400 Mitglieder der MUH zustimmen werden. Über das Zustandekommen der angestrebten Fusion wird in den Vertreterversammlungen beider Genossenschaften jeweils am 26. Juni 2012 abgestimmt.

Wichtiger Schritt zur starken europäischen Genossenschaft

Rainer Sievers, Geschäftsführender Vorstand der MUH, ist optimistisch, dass die Landwirte der geplanten Fusion mit Arla zustimmen werden. © Imke Brammert-Schröder
Aus der geplanten Fusion würde ein starkes nordeuropäisches und das drittgrößte Molkereiunternehmen in Deutschland hervorgehen. Sievers verspricht sich von der Fusion mit Arla vor allem den Zugang zu internationalen Wachstumsmärkten und hofft dadurch auf höhere und stabilere Milchpreise, als das in Deutschland momentan der Fall ist.
 
Durch die konsequente Ausrichtung der MUH auf die Produktion von H-Milchprodukten ist diese stark von den Preisabschlüssen mit dem Lebensmitteleinzelhandel abhängig und musste kürzlich heftige Preisabschläge hinnehen. Anders herum vervollständigt MUH das besonders durch Käsespezialitäten und Frischeprodukte geprägte Sortiment von Arla durch seine haltbaren Milchprodukte.

MUH und Arla möchten weiter wachsen

Der moderne Produktionsstandort in Pronsfeld in der Eifel mit einer gesicherten Rohstoffgrundlage liege für Arla zudem strategisch günstig zwischen den deutschen Arla-Standorten Upahl in Schleswig-Holstein und Allgäuland in Bayern und könne als Drehscheibe für den europäischen Markt dienen, gab Sievers zu verstehen. Wenn die Fusion zustande kommt, wird Arla sich an dem geplanten Bau eines Trockenturms für Milchpulver und einer Butterei am Standort Pronsfeld beteiligen. Die Integration der 2.400 Anteilseigner der Muh in das neue Unternehmen dürfte kein Problem sein, denn Arla ist als Genossenschaft ähnlich strukturiert wie MUH.

Gleiche Rechte – Milchpreis wird angepasst

MUH vervollständigt das Sortiment von Arla Foods amba. © MUH
"Arla hat ebenso wie wir eine garantierte unbeschränkte Milchabnahme auch nach dem Wegfall der Milchquote 2015 für seine Mitglieder in seiner Satzung stehen. Das ist für unsere Erzeuger ein wichtige Botschaft", so Sievers. "Außerdem erhalten unsere Milcherzeuger vom ersten Tag an den gleichen Milchpreis wie die Landwirte, die bereits an Arla liefern." Die Differenz dürfte einige Cent ausmachen, genaue Zahlen wollte Sievers nicht nennen.
 
Der angestrebte Zusammenschluss erfolgt nach dem Prinzip "gleiche Rechte und Pflichten" für alle Mitglieder. Die Milch-Union Hocheifel eG bliebe bei einem Zusammenschluss als Genossenschaft mit ihren Mitgliedern bestehen und tritt als solche der Arla Foods amba bei. Somit blieben die demokratischen Strukturen auch nach einer Fusion erhalten. Darüber hinaus wird MUH künftig mit eigenen Repräsentanten in den Gremien der Arla Foods amba vertreten sein.
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