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Rinderexport

Neuer Rekord: 81.649 Holstein-Zuchtrinder gehen 2015 ins Ausland

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
17.02.2016

Der Export von Zuchtrindern der Rasse Deutsche Holstein ist in 2015 erneut gestiegen. Insgesamt wurden 81.649 Zuchtrinder in 41 Länder exportiert, was einem Anstieg von 8,7 Prozent entspricht.

Nach Angaben des Deutscher Holstein Verband e.V. (DHV) konnte der Export von deutschen Holsteinrindern in 2015 trotz der weiterhin vorhandenen Auflagen für einige Drittländer in Bezug auf das Schmallenberg-Virus (SBV) gesteigert werden. Die Nutzung von SBV-Zusatzbescheinigungen habe es vielen Drittlandbehörden ermöglicht, die Nachfrage nach Zuchtrindern zu befriedigen.

Mit den insgesamt exportierten 81.649 Zuchtrindern und einem Plus von 8,7 Prozent (%) wurde ein neuer Rekordumsatz erzielt. Die Rinder gingen in insgesamt 41 Länder. Die starke Zunahme geht laut DHV vor allem auf Drittlandmärkte zurück, die einen Anteil von 65,5 % einnehmen (Vorjahr 53,6 %). Positiv entwickelte sich hier die Nachfrage in der Türkei, Russland und Aserbaidschan. Der Anteil nordafrikanischer Abnehmerländer ist mit 15,3 % (Ägypten, Algerien, Marokko) relativ stabil.

 

Exportquote im EU-Binnenmarkt sinkt

Innerhalb des EU-Binnenmarktes wurden lediglich 34,5 % der exportierten Rinder verbracht, nachdem in den Vorjahren der Anteil immer um die 45 % lag. Die Exporte in die östlichen und südlichen EU-Mitgliedsstaaten sind geringer ausgefallen, was laut DHV wohl auch an der schlechten wirtschaftlichen Situation der Milcherzeuger in diesen Regionen liege.

  • EU-Mitte (Großbritannien, Niederlande, Belgien): 15,8 %
  • EU-Süd (Italien, Spanien): 10,1 %
  • EU-Ost (Polen, Ungarn): 8,6 %

SBV-Zusatzbescheinigungen sichern Exporte

In den Jahren 2011/12 hatte es, nach dem Auftreten des Schmallenberg-Virus im Spätsommer 2011, deutliche Einbußen bei den Drittlandexporten gegeben. Unter anderem auf der Basis von SBV-Zusatzbescheinigungen konnten laut DHV in den letzten drei Jahren (2013-2015) große Stückzahlen exportiert werden, zum Beispiel rund 27.000 Zuchtrinder in die Türkei, 18.000 nach Russland und 17.000 nach Algerien.

In einzelnen Drittländern, wie Russland und Kasachstan, fehlen zurzeit aufgrund der stark gesunkenen Erdölpreise die notwendigen Finanzmittel, um bereits geplante Zuchtvieheinkäufe zu tätigen. Hier bleibe abzuwarten, ob und wann sich die Rahmenbedingungen bessern. Neue Märkte wie der Iran böten zusätzliche Potenziale.

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