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Milchproduktion

Neuheit: Flexibles AMS mit Präzisions-Melkarm

von , am
18.02.2015

In Deutschland werden zwei Drittel der automatischen Melksysteme in bestehende Stallanlagen installiert. Deshalb setzt der Hersteller Lemmer-Fullwood mit dem neu entwickelten Melkroboter 'M2erlin' auf Flexibilität.

Der neu entwickelte Melkarm des M2erlin wird elektrisch angetrieben, was zu einer höheren Präzision führen soll. © Werkbild
Von den deutschlandweit 76.500 Milchvieh-Betrieben haben laut Friedhelm Lemmer, Geschäftsführer von Lemmer-Fullwood, 3.500 Betriebe Melkroboter im Einsatz. Davon stünden allein 1.100 in bayerischen Kuhställen. Laut Lemmer wird ein Drittel der neuen automatischen Melksysteme in Neubauten installiert, zwei Drittel jedoch in bestehende Stallanlagen. Deshalb hätten, so Lemmer, die Fullwood-Ingenieure bei der Entwicklung des Melkroboters "M2erlin" auch auf "höchste Flexibilität" bei der Integration dieses automatischen Melksystems in vorhandene Stallkonzepte geachtet. So gebe es einen geraden oder seitlichen Zugang sowie einen geraden und seitlichen Ausgang.

Roboter 'M2erlin' mit neuem Melkarm

Der neu entwickelte Melkarm des M2erlin wird elektrisch angetrieben, was zu Energieeinsparungen und einer höheren Präzision führen soll. Zudem sei eine höhere Präzision beim Ansetzvorgang gegeben. So könnten jetzt beispielsweise Kühe mit niedrigem Zitzenstand auch mit dem Melkrobotor gemolken werden. Auch sei das Gerät leiser, was für die Tiere angenehmer sei. Im Kuhbereich befänden sich zudem keine beweglichen Teile oder Sensoren mehr, wodurch sich die Einsatzsicherheit des Melkroboters deutlich erhöhe. Darüber hinaus ist Lemmer zufolge der Melkarm jetzt mit einem sogenannten "Force-Sensing"-System ausgestattet. Das heiße, er reagiere auf äußere Kräfte. In der Praxis bedeute dies mehr Komfort für die Tiere und eine deutliche geringere Belastung der Mechanik.

Höherer Durchsatz und schnelleres Austreiben

Außerdem hob Jan-Eric Lemmer hervor, dass der neue "M2erlin" einen deutlich höheren Durchsatz ermögliche. Das werde auch dadurch erreicht, dass Futter nur für Tiere mit Melkanrecht zur Verfügung stehe. Dies vermeide Leerlaufzeiten und ermögliche ein schnelleres Austreiben der Tiere. Die Maschine könne auch direkt auf den vorhandenen Spaltenboden montiert werden, was zudem einen schnelleren Wechsel der Tiere ermögliche.

Schrittweise Erweiterung für wachsende Herden

In der Praxis ermöglicht "M2erlin" laut Jan-Eric Lemmer zudem neue Konzepte für ein vollautomatisches Melkzentrum, beispielsweise mit zentral integriertem Vorwartebereich. Friedhelm Lemmer berichtete ergänzend, dass mit einem "M2erlin"-Melkzentrum zu festen Zeiten vollautomatisch gemolken werden könne. Dies ermögliche einen hohen Durchsatz mit hundertprozentiger Maschinenauslastung. Zudem seien die Baukosten gering, und das System erlaube eine schrittweise Erweiterung für wachsende Herden. Neben den überschaubaren Investitionsund Betriebskosten werde ein optimales Verhältnis von Arbeitszeit und Melkergebnis erreicht, betonte der Geschäftsführer.

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