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Milchmarkt

Neuseeland liefert 2017 mehr Milch

Kühe auf der Weide
© zhu difeng/fotolia
von , am
23.05.2017

Die Neuseeländer haben ihre Milchproduktion ausgeweitet. Die Erzeugung könnte heuer das Rekordjahr 2014 toppen.

Als eine überraschende Wende bezeichnen Mitarbeiter des US-Agrarministeriums (USDA) die Entwicklung in Neuseeland. Das USDA-Büro in Wellington geht jetzt davon aus, dass die neuseeländische Milcherzeugung 2017 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3 % auf 21,9 Mio. Tonnen ansteigen wird. Diese Menge wäre noch größer als das Rekordergebnis 2014.

Neuseeländer haben aufgestockt

Als Gründe für die Trendwende nennen die USDA-Experten höhere Kuhzahlen und einen guten Zustand der Weideflächen. Außerdem können sich die neuseeländischen Farmer mittlerweile wieder über hohe Erzeugermilchpreise freuen. Diese lagen nämlich in den vergangenen drei Jahren deutlich unter dem Niveau der EU und der USA, seit Mitte 2016 haben sie stark zugelegt.

Im Februar 2017 wurden im Schnitt umgerechnet 33,5 Cent/kg ausbezahlt, um 67% mehr als im Vorjahresmonat. Im März 2017 erfolgte - währungsbedingt - ein Rückgang auf 32,4 Cent.

EU-Kommission rechnet anders

Die jüngsten USDA-Schätzungen hinsichtlich der neuseeländischen Milchproduktion (+3%) beziehen sich auf das Kalenderjahr 2017. Die EU-Kommission wiederum geht in ihren Prognosen vom neuseeländischen Milchwirtschaftsjahr aus, das von Juni bis Mai dauert.

In den ersten zehn Monaten des aktuellen Milchjahres (also bis März 2017) wurde bei den Anlieferungen in Summe noch ein Minus von 1,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Im März nahm der Umfang der Lieferungen aber schon deutlich zu (+8,2%). Somit dürfte der Anstieg von 3% im Gesamtjahr realistisch sein.

Export könnte um 1,5 % steigen

Das USDA geht jetzt davon aus, dass Neuseeland aufgrund der höheren Rohmilchanlieferung die Ausfuhren von Molkereiprodukten 2017 im Vergleich zum Vorjahr in Summe um 1,5 % steigern kann. Im ersten Quartal 2017 wurde bei den Hauptprodukten noch ein Minus verzeichnet: Bei Vollmilchpulver, wo Neuseeland der weltweit größte Exporteur ist, betrugen die Lieferungen in Drittländer 345.000 t (-2% zum Vorjahreszeitraum), bei Magermilchpulver waren es 104.000 t (-19%), bei Butter sowie Butteröl machten die Exporte 117.000 t aus (-12%) und an Käse wurden 89.000 t (-13%) ausgeführt.

Mit Material von aiz

Strategien nach der Quote: Vollweidehaltung in Irland

Der irische Milchviehhalter Thomas Campion hält 170 Kühe plus eigene Nachzucht auf 94 Hektar Grünland. Seine Kühe stehen bis zu zehn Monate im Jahr auf der Weide. © Immo Cornelius
Weidegras ist das günstigste Futtermittel und deswegen Hauptkomponente in der irischen Milchviehfütterung. Ist das Gras zu Beginn der Weidesaison Ende Februar noch rohfaserarm, füttert Thomas Campion Heu und Stroh zur Strukturverbesserung. © Immo Cornelius
Die Rinderrasse ist in Irland den Haltungsbedingungen angepasst. Viele Farmer kreuzen dafür Holstein Friesian mit Jersey, Thomas hingegen kreuzt mit neuseeländischen Friesian. Die niederrahmigen Kühe sind robuster und eigenen sich besser für die Weidehaltung. © Immo Cornelius
Die Weidesaison beginnt in Irland meist Ende Februar, also vor Vegetationsbeginn. Die Kühe sind ab dann oft zehn Monate draußen, Tag und Nacht. Bei einem Kraftfuttereinsatz von 1-2 kg/Kuh/Tag wird auf dem Betrieb Campion so eine Leistung von 5800 Litern/Kuh/Jahr realisiert. © Immo Cornelius
Ziel der Vollweide ist eine hohe Flächenproduktivität, möglichst viel Milch soll dabei aus Weidegras erzeugt werden. Die Weiden sind deswegen Portionsweiden. Mit dem Quad wird den Kühen zweimal täglich ein neuer Abschnitt zu Beweidung zugeteilt. So wird eine hohe Futterausnutzung erreicht. © Immo Cornelius
Das System Portionsweide ist aufwändig: Futter muss zugeteilt, Aufwuchs gemessen und Zäune instand gehalten werden. Thomas Campion benutzt dafür eine hydraulische Pfahlramme, um Zeit und Kraft zu sparen. © Immo Cornelius
Gerade zu Beginn der Weidesaison leidet die Grasnarbe bedingt durch die begrenzte Flächenzuteilung, wassergesättigte Böden und Niederschlag unter der Trittbelastung durch die Kühe. © Immo Cornelius
Um bestimmte Grünlandflächen zu erreichen, mußten die Kühe von Thomas Campion bisher eine Straße überqueren. Dafür sicherte Thomas die Straße zweimal täglich ab. Dies nahm bei 170 Tieren eine Menge Zeit in Anspruch. © Immo Cornelius
Aus diesem Grund baute er 2015 eine Unterführung für rund 50.000 Euro. Die Bauzeit betrug zwei, die Planung 18 Monate. © Immo Cornelius
Die Kühe können nun den Stall und Melkbereich erreichen, ohne die Straße zu überqueren. Nach dem Melken laufen die Kühe selbstständig zurück zur Weide. © Immo Cornelius
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