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Zucht

Neuseeland: Züchter kreuzen Milchkühe und japanische Wagyu-Rinder

von , am
18.07.2012

Wellington - Neuseeland will den Premium-Sektor bei der Rindfleischproduktion verstärkt ausbauen und investiert Millionen in die Züchtung hochwertiger Schlachtrinder.

Die neuseeländische Landwirtschaft will mit einer neuen Rinderrasse hochwertigeres Rindfleisch produzieren. © www.pixelio.de
Die neuseeländische Regierung steckt 11 Millionen Neuseeländische Dollar (EUR 7,2 Mio.) in ein Programm zur Züchtung von hochwertigen Schlachtrindern. Der erwartete Marktwert dieser Tiere soll sich im Jahr 2028 auf rund 846 Mio. NZ-Dollar (EUR 551 Mio.) beziffern. Die zwei neuseeländischen Firmen Brownrigg Agriculture Group Ltd. und Firstlight Foods Ltd. werden die Kreuzung von Milchrassen-Kalbinnen und Wagyu-Vatertieren untersuchen, um hochwertiges, marmoriertes Rindfleisch zu produzieren, berichtet Dow Jones News.
 
Wagyu ist eine japanische Rinderrasse, zu der auch die sogenannten Kobe-Rinder zählen. In dem Zuchtprogramm werde die Genetik der Rinder untersucht sowie Fütterungs- und Bewirtschaftungsmethoden und Vermarktungsprojekte entwickelt, hieß es in einer Mitteilung. Interessierte Landwirte könnten dann die gesammelten Informationen nutzen, um ihre Produkte zu verkaufen - ähnlich einer Kooperative.

Programm soll Wirtschaftsschub bringen

"Wir möchten, dass der Rotfleisch-Sektor profitabler wird und dass Landwirte, die sich auf die Produktion von hochwertigem Fleisch konzentrieren, die Möglichkeit haben, hohe Renditen einzufahren", sagte Gerard Hickey, Geschäftsführer bei Firstlight Foods. Ein Großteil der 3,8 Milionen neuseeländischen Kühe, die für den Export geschlachtet werden, wird für Verarbeitungsfleisch verwendet, das zum Beispiel der Hamburger-Produktion dient. Laut David Carter, dem zuständigen Minister für Landwirtschaft, investiert Neuseeland in das Programm, um dem Land durch Forschung und Innovation im Primärsektor zu einem Wirtschaftsschub zu verhelfen.
 
Das Programm hat insgesamt ein Forschungsbudget in Höhe von NZD 23,8 Mio. (EUR 15,5 Mio.). Derzeit sind zwölf Landwirte an dem Projekt beteiligt, es sollen letztlich aber rund 200 werden.

Rindfleischproduktion für Landwirte nicht rentabel

Einige Produkte sind dem Firstlight Foods-Geschäftsführer zufolge bereits bei neuseeländischen Einzelhändlern erhältlich. Die Rindfleischpreise in Neuseeland haben sich in den vergangenen Jahren erholt und erreichten am Ende des Jahres 2011 einen historischen Höchststand. Doch die Renditen fielen mager aus, sodass die Landwirte von der Rindfleisch- zur Milchproduktion wechselten.
 
Geschäftsführer Hickey glaubt, dass ein Qualitätsprodukt, das auf Gras- und nicht auf Getreidefütterung basiere, auf den internationalen Märkten mit Interesse beachtet werde. "Gerade auf solchen Märkte wie Japan", sagte er. "Aber noch interessanter sind diesbezüglich die Vereinigten Staaten. In Kalifornien gibt es ein neues Bewusstsein hinsichtlich der Getreidefütterung und einen Wunsch, auf Grasfütterung umzustellen. Und das ist genau das, was wir gerade machen."
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