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Milchproduktion

Nordmilch holt in schlechten Zeiten auf

von , am
08.03.2010

Bremen - Der Nordmilch-Konzern hat im Krisenjahr 2009 an den Milchmärkten Boden gut gemacht. Es konnte ein Gewinn von 29 Millionen Euro eingefahren werden, womit die Eigenkapitalbasis des Unternehmens auf aktuell 31 Prozent steigt.

© Nordmilch

Wie das Unternehmen mitteilte, verringerte sich der Umsatz 2009 auf 1,9 Milliarden Euro, nach 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Gleichzeitig konnte aber ein Gewinn von 29 Millionen Euro eingefahren werden, womit die Eigenkapitalbasis des Unternehmens auf aktuell 31 Prozent steigt. Dies ist laut Einschätzung des Milchverarbeiters eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der Genossenschaft. Der Direktor Landwirtschaft der Nordmilch AG, Ingo Müller, sprach von einer Stärkung des in landwirtschaftlicher Hand befindlichen Unternehmens durch den Gewinn und von einem "vergleichsweise stabilen Milchpreis", den das Unternehmen ausgezahlt habe.

Laut Berechnungen des niederländischen Bauernverbandes LTO überwies die Nordmilch auf Basis eines Fettgehalts von 4,2 Prozent im vergangenen Jahr durchschnittlich 23,54 Cent pro Kilogramm an die Erzeuger. Damit befand sich das Unternehmen im Vergleich europäischer Konkurrenten im unteren Mittelfeld, holte während des Preisverfalls an den Märkten aber gegenüber anderen großen deutschen Molkereien auf. Zum Vergleich: Deutschlands größte Privatmolkerei Müller zahlte laut LTO-Angaben 2009 auf Basis von 4,2 Prozent Fett im Jahresmittel 24,23 Cent pro Kilogramm, beim dänischen Molkereiriesen Arla waren es 26,15 Cent pro Kilogramm, bei Friesland Campina 26,75 Cent pro Kilogramm.

Milchpreis noch nicht zufriedenstellend

Im Gefüge der deutschen Milchverarbeiter, darunter Hochwald und die Milchunion Hocheifel (MUH), sieht sich die Nordmilch erstmals seit mehreren Jahren über dem Durchschnitt von 14 Vergleichsmolkereien. Wie im vergangenen Jahr würden die Landwirte auch 2010 über die Verzinsung ihrer Geschäftsguthaben am Unternehmenserfolg teilhaben. "Die guten Ergebnisse lassen jedoch nicht zu, dass wir uns zurücklehnen", erklärte Müller.

Das absolute Niveau des Milchpreises sei trotz leichter Erholung immer noch für niemanden zufriedenstellend, schon gar nicht für die Landwirte. Daran müsse man sehr intensiv arbeiten. Im Januar hatte die Nordmilch, die seit einigen Monaten über das Nord-Contor mit der Humana schon im Vertrieb fusioniert ist, 26,84 Cent pro Kilogramm ausgezahlt, wiederum auf Basis von 4,2 Prozent Fett. Bei der Humana wurde der gleiche Preis fällig.

Zufrieden mit Nord-Contor und Mitgliederstruktur

Als erfreulich bezeichnet das Unternehmen die Entwicklung im Bereich der Mitgliederstruktur. Die Milchmenge sei mit rund vier Milliarden Kilogramm im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Über die Verschmelzung der Molkereigenossenschaften Dargun eG Pommernmilch auf die Nordmilch habe die Genossenschaft zusätzliche Mitglieder aus Mecklenburg-Vorpommern hinzugewonnen. "Im aktuell schwierigen Marktumfeld werden so auch auf Erzeugerseite die Kräfte gebündelt", erklärte Müller.

Als durchweg positiv bewertet Nordmilch die Entwicklung des Nord-Contors. Müller bezeichnete dieses als logische Antwort starker Partner auf die Marktentwicklung. Ein liberalisierter Agrarmarkt mit wachsender Nachfragemacht des Handels brauche im Sinne der Landwirte und der Verbraucher eine starke und effiziente Milchwirtschaft. Nur so könne es Entspannung auf dem Markt der Molkereiprodukte geben. Die Bündelung der Vertriebsaktivitäten sei in dieser Hinsicht bereits jetzt erfolgreich gewesen. (AgE)

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