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Haltung und Mast

Norwegischer Rindfleischmarkt bleibt unterversorgt

von , am
07.10.2013

Oslo - Der Rindfleischmarkt Norwegens wird auch in diesem Jahr in erheblichem Umfang von Importen abhängig bleiben.

Die Kuhpreise sinken aufgrund erhöhter Schlachtzahlen. © contrastwerkstatt/Fotolia
Wie die norwegische Marktregulierungsstelle Nortura in ihrer Septemberprognose mitteilte, wird das Versorgungsdefizit bei Rindfleisch 2013 ohne Importe voraussichtlich auf 18.750 Tonnen (t) ansteigen. Damit musste die im Frühjahr geschätzte Fehlmenge nochmals nach oben korrigiertwerden.
 
Während das bereits im Vorjahr knappe Angebot an Rindfleisch damals noch mit hohen Milchpreisen und einer entsprechend geringen Schlachtung von Milchkühen begründet wurde, soll das Defizit in diesem Jahr nach Angaben von Nortura aus einer allgemeinen Zurückhaltung bei den Schlachtungen resultieren. Teilweise wird dem Vernehmen nach die Schlachtung von Tieren auf das nächste Jahr verschoben, da sich Tierhalter im kommenden Jahr von neuen Abrechnungsmodalitäten und Zuschlägen sowie von der anhaltend knappen Versorgungslage weiter steigende Preise versprechen.

Versorgungslücke soll durch Importe geschlossen werden

Trotzdem soll die inländische Rindfleischproduktion 2013 leicht ansteigen und nach knapp 78.000 t im Vorjahr nunmehr 79.400 t erreichen. Hinzu kommen quotierte Importe im Umfang von 7.570 t zu vergünstigten Konditionen. Der norwegische Rindfleischverbrauch soll allerdings 98.200 t erreichen, so dass trotz der vergünstigten Einfuhren immer noch eine Versorgungslücke von gut 11.200 t klafft. Diese muss laut Nortura über Importe zum vollen Zollsatz geschlossen werden.

Befristete Zollsenkungen sind möglich

Möglich ist auch, dass die norwegische Landwirtschaftsbehörde (SLF) wie schon im letzten Jahr zu einem späteren Zeitpunkt befristete Zollsenkungen bekanntgibt. Für 2014 geht die Marktregulierungsstelle nicht zuletzt wegen der vertagten Schlachtungen von steigenden Schlachtgewichten und einer weiter anziehenden Rindfleischproduktion aus. So sollen im kommenden Jahr im Inland insgesamt 81.200 t erzeugt werden.

Defizit im kommenden Jahr dürfte kleiner ausfallen als heuer

Trotz der ebenfalls steigenden Nachfrage könnte das Defizit in der Versorgungsbilanz deshalb nach Einschätzung der norwegischen Fachleute mit 10. 400 t etwas kleiner ausfallen als in diesem Jahr. Der Großhandelspreis für Rindfleisch soll 2014 gleichwohl weiter anziehen und im Mittel mit 55 nkr (6,97 Euro) pro Kilogramm gut 2 Prozent höher ausfallen als 2013.
(Umrechnungskurs: 100 nkr = 12,69 Euro)
 
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