Login
Haltung und Mast

NRW: 1.700 Rinder werden auf Tuberkulose getestet

© landpixel
von , am
27.06.2013

Recklinghausen/Essen - In Nordrhein-Westfalen werden bis Ende 2013 zirka 1.700 Rinder in 43 Kreisen
und kreisfreien Städten auf Rindertuberkulose hin untersucht.

Zirka 1.700 Rinder werden bis Ende 2013 in Nordrhein-Westfalen auf Tuberkulose getestet. © Mühlhausen/landpixel
Zuvor waren in den bayerischen Alpenlandkreisen zahlreiche Ausbrüche der Tuberkulose der Rinder festgestellt worden. Daher beschlossen die Bundesländer eine Untersuchung aller Rinder, die in den letzten fünf Jahren aus den Alpenlandkreisen verbracht wurden und älter als 24 Monate sind.
 
Seit Januar wurden in Nordrhein-Westfalen zirka 30 Betriebe unter behördliche Beobachtung gestellt. Die Betriebe hatten zuvor Rinder aus Bayern zugekauft in deren Herkunftsbeständen die Tuberkulose der Rinder ausgebrochen war.

NRW auf Tuberkulose getestet

Auf Grundlage der Tuberkulose-Verordnung müssen alle Rinder, die innerhalb der letzten fünf Jahre aus einem Ausbruchsbetrieb verbracht wurden, mittels Tuberkulintest untersucht werden. Bei diesen Untersuchungen fanden sich in Betrieben im Kreis Lippe, im Kreis Borken und im Kreis Coesfeld auffällige Tiere. Die Untersuchungsergebnisse führten dazu, dass für die drei Betriebe der Verdacht auf Tuberkulose amtlich festgestellt wurde. Die auffälligen Tiere wurden getötet und im Veterinäruntersuchungsamt weiteren Untersuchungen unterzogen. Die übrigen Rinder des Bestandes mussten ebenfalls einem Tuberkulintest unterzogen werden.
 
Das Ergebnis des Tuberkulintests entscheidet über das weitere Vorgehen im Bestand und wirkt sich auf die Dauer der Sperrmaßnahmen aus. In den Betrieben im Kreis Borken und Kreis Coesfeld hatte der Tuberkulintest betroffener Tiere lediglich ein zweifelhaftes Ergebnis ergeben. Nach Abschluss aller Untersuchungen, die mit negativem Ergebnis verliefen, konnten die Betriebssperren nach kurzer Zeit wieder aufgehoben werden.

Weitere Verdachtsfälle möglich

In dem Betrieb im Kreis Lippe hatte das aus Bayern stammende Tier im Tuberkulintest positiv reagiert. Diese positive Reaktion rechtfertigt ebenfalls nur die Äußerung des Verdachts des Ausbruchs der Rindertuberkulose, trotzdem sieht die Verordnung in diesem Fall vor, dass alle Rinder des Bestandes zweimal im Abstand von sechs Wochen mit negativem Ergebnis im Tuberkulintest untersucht werden müssen. Aus diesem Grund blieb der Betrieb insgesamt sieben Wochen gesperrt.
 
Derzeit werden noch Ausbrüche in den bayerischen Alpenlandkreisen und Baden- Württemberg festgestellt. Zudem dauert die Untersuchung der 1.700 Rinder in NRW bis zum Jahresende an. Daher ist in NRW mit weiteren Verdachtsfällen oder sogar Ausbrüchen der Tuberkulose der Rinder zu rechnen.

Bekämpfung von Tuberkulose

Die Tuberkulose der Rinder ist eine bakterielle Infektion, die durch Mykobakterium bovis oder Mykobakterium caprae ausgelöst wird. Der Erreger ist sehr widerstandsfähig und vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Auftreten von Erkrankungssymptomen können Jahre vergehen. Diese Faktoren haben Auswirkungen auf die Bekämpfungsstrategie, die rechtlich in der Tuberkulose Verordnung verankert ist.
 
Die Reglementierung der betroffenen Betriebe wirkt sich auf die Milchvermarktung aus. Gemäß Lebensmittelrecht kann die Milch für den menschlichen Verzehr erst wieder verwendet werden, nachdem alle positiven und verdächtigen Tiere aus dem Bestand entfernt wurden und eine Wärmebehandlung erfolgt ist. Aus markttechnischen Gründen gibt es aber in der Regel dennoch Probleme beim in den Verkehr bringen.

Homöopathie in der Milchviehhaltung

Auch interessant