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Tierschutzskandal

Oberallgäu: Landwirt darf keine Rinder mehr halten

Ein Landwirt aus dem Oberallgäu darf keine Kühe mehr halten
am Montag, 20.01.2020 - 16:20 (Jetzt kommentieren)

Ein Landwirt aus dem Oberallgäu darf keine Rinder mehr halten. Das zuständige Landratsamt hat ihm am Freitag, den 17. Januar 2020, ein unbefristetes Tierhaltungsverbot auferlegt.

„Wir haben letztes Jahr auf dem Betrieb mit 600 Kühen eklatante Tierschutzverstöße festgestellt“, sagte der Sprecher der Kreisbehörde in Sonthofen, Andreas Kaenders, zu agrarheute. Daraufhin machte die Behörde dem Betrieb im Oberallgäu Auflagen.

„Aber bei den Nachkontrollen konnten wir keine nachhaltigen Verbesserungen feststellen“, so der Pressesprecher. So hatte etwa jedes zweite Tier wegen mangelhafter Haltung erhebliche Klauenprobleme, andere Tiere waren unterernährt.

„Deshalb haben wir am Freitag, den 17. Januar, ein unbefristetes Tierhaltungsverbot für den Landwirt verhängt“, sagte Andreas Kaenders. Der Bescheid wurde dem Anwalt des Tierhalters übergeben. Bis Mitte März muss der Landwirt seinen Tierbestand auf Null reduzieren.

Allgäuer Tierskandal: 10 Rinder eingeschläfert

Bei zehn Tieren mussten die Veterinäre zu einer besonders schlimmen Maßnahme greifen. „Die Rinder mussten eingeschläfert werden, weil ihr gesundheitlicher Zustand so prekär war“, so Kaenders. Ob der Landwirt eine Geldstrafe bezahlen muss, entscheiden die Strafverfolgungsbehörden.

Die Bevölkerung ist über die Zustände im dem Oberallgäuer Milchviehbetrieb empört. „Wir haben vermehrt Emails und Anrufe bekommen“, sagte Andreas Kaenders. Auch er sei schockiert über die dramatischen Zustände in dem Betrieb.

Das Tierhaltungsverbot sei der letztmögliche Ausweg gewesen. „So ein Haltungsverbot kommt aber quasi nie vor", so der Pressesprecher.

Mit Material von Landratsamt Oberallgäu

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