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Milchproduktion

Obmannwechsel bei Tirol Milch

von , am
02.07.2010

Innsbruck - Die gestrige Vorstands- und Aufsichtsratssitzung der Tirol Milch endete mit einem überraschenden Ergebnis: Obmann Hans Schweiger stellte sein Amt zur Verfügung.

Der Tirol-Milch Standort in Innsbruck © Tirol-Milch

Ab sofort übernimmt der bisherige Obmann-Stellvertreter Stefan Lindner die interimistische Obmannschaft der Genossenschaft. Die Geschäftsleiter Manuel Hofer (Beschaffung/Verwaltung), Armin Pichler (Marketing/Verkauf) sowie Stefan Halmel (Produktion) leiten ab sofort das operative Geschäft im Sinne des Vorstandes. Geschäftsführer Carl Albrecht Benker ist weiterhin von seinem Dienst freigestellt. Ihm gelte besonderer Dank für die Einleitung der sehr erfolgreichen Umstrukturierung, wurde betont.

Milchpreis wird deutlich erhöht 

Weiters wurde eine deutliche Erhöhung des Erzeugermilchpreises von den aktuellen 32 Cent pro Kilogramm brutto auf 35 Cent für Juli und 36 Cent im August beschlossen. Diese Anhebung sei nicht zuletzt auf die greifenden Rationalisierungsmaßnahmen sowie auf eine Umsatzsteigerung der Molkerei in den letzten Monaten zurückzuführen, lautete die Begründung des Vorstandes.

Zusammenarbeit mit Berglandmilch

Eingehend beraten wurde in der Sitzung sowohl über die internen Strukturen der Führungsriege sowie über die weitere Vorgehensweise in Sachen Partnerschaft mit der oberösterreichischen Berglandmilch. Der zurückgetretene Obmann Schweiger hatte sich, wie berichtet, klar für die Kooperation mit dem größten heimischen Milchverarbeiter ausgesprochen. Diese Gespräche mit Berglandmilch sollen weiter verfolgt werden, war man sich gestern auf Eigentümer-Ebene einig.

"Am gleichen Strang ziehen" 

Die weiteren Entscheidungen werden nach Vorliegen der notwendigen Gutachten getroffen. Für den interimistischen Obmann Lindner sind beide Wege gangbar: "Schweiger hat viele Türen für die Tirol Milch geöffnet. Ich bin mir sicher, eine gute Lösung zu finden, um unser Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich zu führen und auf aktuelle, gute Zahlen aufzubauen - ob nun mit oder ohne Partner an der Seite", so Lindner. Im Grunde gehe es allen Beteiligten um den Erhalt einer wettbewerbsfähigen Molkerei, die den bestmöglichen Milchpreis an ihre Lieferanten ausbezahlen könne. In diesem Sinne sollten alle an einem Strang zu ziehen, betonte der Obmann.

Hechenberger: LK steht voll hinter Tirol Milch

Die Entwicklungen aus der gestrigen Vorstandssitzung der Tirol Milch kamen auch für LK-Präsident Josef Hechenberger überraschend: "Die Entscheidungen des Vorstandes und die persönlichen Beweggründe der Betroffenen sind zu respektieren. In der jetzigen Situation gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und überlegt zu handeln ", erklärte er in einer ersten Reaktion. Das Expertengutachten sei für die langfristigen Entscheidungen abzuwarten. Der Betrieb stehe auf gesunden Beinen. Durch die Milchpreiserhöhung befinde sich die Molkerei wieder im österreichischen Spitzenfeld. "Als Interessenvertretung werden wir Obmann Lindner beratend zur Seite stehen und voll unterstützen", bekräftigte der LK-Präsident. (aiz)

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