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Tierseuche

Österreich: Betriebssperre wegen TBC-Verdacht

Rindfleisch-Fleisch-Labor-Untersuchung
am Montag, 16.09.2019 - 09:11 (Jetzt kommentieren)

Vergangenen Donnerstag (12.09.19) wurde ein Rinderbetrieb im österreichischen Walgau wegen des Verdachts auf Rindertuberkulose vorläufig gesperrt.

Wie die Abteilung Veterinärangelegenheiten im Amt der Vorarlberger Landesregierung mitteilt, musste vergangenen Donnerstag (12.09.19) ein Rinderbetrieb im österreichischen Walgau wegen des Verdachts auf Rindertuberkulose vorläufig gesperrt werden. Landesrat Christian Gantner sicherte dem betroffenen Betrieb rasche Hilfe aus dem Tiergesundheitsfonds zu.

Der Verdacht ist während einer regulären Schlachtung aufgetreten. Dabei seien verdächtige Veränderungen in der Lunge einer Schlachtkuh wahrgenommen und das Tier vorläufig beschlagnahmt worden. Anschließend habe der hinzugezogene Amtstierarzt Proben für eine Untersuchung entnommen. Die ersten Untersuchungsergebnisse der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) Mödling bestätigen den Verdacht auf TBC, heißt es in einer Pressemitteilung der Vorarlberger Landesregierung.

Für den Verbraucher bestehe keine Gefahr. Nach Angaben der Voralberger Landesregierung ist das Fleisch der geschlachteten Kuh nicht in die Nahrungskette gelangt. Jedoch wurde der Herkunftsbetrieb der Kuh vorläufig gesperrt.

Womöglich weitere Tiere von TBC betroffen

Aktuell laufen die Untersuchungen zur Feststellung, ob noch weitere Tiere des Bestands betroffen sind. Möglicherweise werden auch Betriebe untersucht, die im vergangenen Jahr durch Alpung oder Viehzukauf Kontakt mit dem betroffenen Betrieb hatten.

Wie Landesveterinär Norbert Greber betont, fallen Verdachtsfälle wiederholt bei der Schlachttier- und Fleischuntersuchung durch Tierärzte auf. Neben den jährlichen Untersuchungen der Bestände, die in gefährdeten Gebieten Weidegang betrieben oder gealpt haben, ist die Schlachttier- und Fleischuntersuchung durch Tierärzte ein wesentliches Instrument zum Aufdecken von Verdachtsfällen.

Das müssen Sie über Rindertuberkulose wissen

Die Tuberkulose des Rindes ist eine ansteckende, chronisch verlaufende Krankheit. Sie ist vom Tier auf den Menschen, aber auch vom Menschen auf das Tier übertragbar und gehört somit zu den Zoonosen. Eine Infektion erfolgt meistens über die Luft.

Die Krankheit verläuft zunächst symptomlos, bevor sich geschwülstige Veränderungen und geschwulstartige Knoten in den Lymphknoten und den Organen bilden. Beim Rind tritt die Erkrankung sehr häufig in Form der Lungentuberkulose auf. Die Krankheitsdauer kann sich über Jahre erstrecken, bis sie schließlich unter starker Abmagerung zum Tode führt. Im Frühstadium kann die Tuberkulose nur mit Hilfe spezifischer Untersuchungsverfahren erkannt werden. Im fortgeschrittenen Krankheitszustand sind Husten, Atembeschwerden, Abmagerung und Leistungsabfall Zeichen der Erkrankung.

Infektionen können auch über die Aufnahme erregerhaltiger Milch erfolgen. Mykobakterien werden bei der Pasteurisierung von Milch jedoch abgetötet, so dass die Aufnahme von pasteurisierter Milch für den Menschen ungefährlich ist.

Mit Material von Vorarlberger Landesregierung, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

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