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Milchproduktion

Österreich droht Superabgabe von rund 28 Millionen Euro

von , am
28.04.2014

Wien - Um fast 100.000 Tonnen haben die österreichischen Milchbauern die Quote 2013/14 überliefert. Ihnen steht eine Zusatzabgabe von 27,8 Millionen Euro ins Haus. Die "Fettkorrektur" hat die Menge erhöht.

Die Aussichten, die Superabgabe durch den Einspruch wieder zu bekommen, sind ungewiss. © Mühlhausen/landpixel
Die Milchbauern in Österreich haben nach Berichten des Agrarischen Informationszentrums im Quotenjahr 2013/14 ihre Anlieferungs-Referenzmenge in Summe voraussichtlich um 99.988 Tonnen (t) oder 3,4 Prozent (%) überschritten. Für Quotenüberschreitungen hat die EU eine Zusatzabgabe festgelegt. Diese betrug im abgelaufenen Milchjahr 27,83 Cent je Kilogramm Milch.
 
Aus der genannten Überlieferung resultiert somit voraussichtlich eine "Superabgabe" von 27,8 Millionen Euro. Dies geht aus vorläufigen Zahlen der Agrarmarkt Austria (AMA) hervor.

Fettkorrektur "erhöht" Menge

Wie die AMA mitteilt, stand im abgelaufenen Quotenjahr (April 2013 bis März 2014) in Österreich eine Referenzmenge für Lieferungen (A-Quote) in der Höhe von 2,908.729 t zur Verfügung. In dieser Menge ist auch die im Rahmen des Health Checks 2008 vereinbarte 1%ige Quotenaufstockung enthalten.
 
Tatsächlich haben die Österreicher aber laut den vorläufigen Ergebnissen 2,971.747 t Rohmilch an die Molkereien und Käsereien geliefert. Da der durchschnittliche Fettgehalt dieser Milch mit 4,18 % über dem EU-Referenzwert von 4,04 % lag, erhöht sich aufgrund der "Fettkorrektur" die Anlieferung um weitere 36.970 t auf 3,008.717 t. Damit wurde die nationale Quote um 99.988 t überliefert.

Überschussabgabe: Vielleicht mindert sie sich noch

Auf Basis der endgültigen Daten je Milchlieferant wird die AMA laut Bericht auch die negative Fettkorrektur in ihre Berechnungen einbeziehen. Dadurch kann sich die Überschussabgabe letztendlich noch vermindern. Die endgültigen Ergebnisse für das Quotenjahr 2013/14 mit allen Detailzahlen werden voraussichtlich in der zweiten Junihälfte 2014 veröffentlicht.
 
Dann wird auch bekannt gegeben, wie hoch die einzelbetriebliche Abgabe je Kilogramm Überlieferung sein wird. Die Zusatzabgabe wird den überliefernden Betrieben vom Milchgeld abgezogen und von den Molkereien an die AMA überwiesen. Diese führt den Gesamtbetrag dann an den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) ab.

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