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Milchproduktion

Österreich: Milchbauern droht Superabgabe

von , am
03.04.2012

Wien - Die Agrarmarkt Austria (AMA) geht in aktuellen Berechnungen von einer Überlieferung um 120.000 Tonnen aus. Es droht eine Zusatzabgabe von über 30 Millionen Euro.

Auf der BDM-Infoveranstaltung wird eine aktuelle Milchproduktionskosten-Studie vorgestellt. © Christa Eder/fotolia.de
Die starke Überschreitung der Kontigente im Milchquotenjahr 2011/12, das vor wenigen Tagen (31.03.) zu Ende gegangen ist, könnte empfindliche Konsequenzen für die betroffenen Betriebe haben: eine Zusatzabgabe von rund 33,3 Millionen Euro steht im Raum. Die AMA geht bekanntlich in ihren Berechnungen für das Quotenjahr 2011/12 von einer nationalen Referenzmenge für Lieferungen (A-Quote) in der Höhe von 2,846.561 Tonnen (t) aus. In dieser Menge ist die von der EU festgelegte jährliche einprozentige Quotenaufstockung bereits berücksichtigt.

Hoher Fettgehalt erhöht angelieferte Milchmenge um über 35.000 Tonnen

Im Berechnungszeitraum Anfang April 2011 (Beginn des Quotenjahres) bis zum 10. März 2012 haben die österreichischen Bauern 2,756.664 Tonnen (t) Milch an die Molkereien geliefert. Aufgrund des gegenüber dem Referenzwert höheren Fettgehalts der angelieferten Milch erhöht sich diese Menge um 35.398 t, daraus ergibt sich eine fettkorrigierte Anlieferung von 2.792.062 t. Nachdem die anteilige A-Quote für diesen Zeitraum nur 2.672.537 t ausmacht, resultiert daraus eine saldierte Überlieferung von 119.525 t oder 4,47 Prozent (%).
 
Auf EU-Ebene wurde für Quotenüberschreitungen eine Abgabe von 27,83 Cent je Kilo Milch beschlossen. Daraus errechnet sich bis zur ersten März-Dekade bereits eine Zusatzabgabe von 33,3 Millionen Euro. Bis Ende März dürfte sich die Überlieferung weiter erhöht haben.
 
Genauere Zahlen werden aus den vorläufigen Endergebnissen für das abgelaufene Quotenjahr hervorgehen, die voraussichtlich Mitte bis Ende April von der AMA bekannt gegeben werden.

Berglandmilch senkt Erzeugerpreis mit Anfang April

Die Anlieferungs-Steigerungen in Westeuropa und speziell in Österreich zeigen bereits negative Auswirkungen auf den dortigen Milchmarkt. Führende Molkereien wie die NÖM und die Gmundner Milch haben ihre Erzeugerpreise bereits Anfang März reduziert. Auch der Vorstand der Berglandmilch, das größte hiesige Molkereiunternehmen, hat beschlossen, mit Anfang April den Auszahlungspreis um brutto 2,40 Cent/kg Milch (netto um 2,14 Cent) zu senken. Der neue Rohmilchpreis beträgt somit brutto (ohne Qualitätszuschlag des Landes) 37,15 Cent/kg. Netto liegt er jetzt bei 33,13 Cent (auf Basis 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß, nach Abzug des AMA-Beitrages). Der Biomilchzuschlag der Berglandmilch für das 2. Quartal 2012 beträgt unverändert brutto 6,38 Cent/kg beziehungsweise netto 5,70 Cent.
 

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