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Klauengesundheit

Österreich: Projekt Klauen-Q-Wohl gestartet

Klaue-Kuh
Symbolbild © pixabay.com
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Jana Semenow , agrarheute
am
15.05.2018

In Österreich ist kürzlich der Startschuss für das Projekt Klauen-Q-Wohl gefallen. Hierbei steht die Klauengesundheit im Fokus.

In Raumberg-Gumpenstein ist kürzlich der Startschuss für das Projekt Klauen-Q-Wohl gefallen. Etwa 30 Klauenpfleger erhielten während einer ersten Einschulungs- und Informationsveranstaltung die benötigte Hard- und Software zur elektronischen Dokumentation der Klauenpflegedaten vor Ort.

Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen gehören zu den häufigsten Abgangsursachen von Milchkühen. Etwa 8 Prozent der Kühe in Österreich sollen im Jahr 2017 aus diesen Gründen abgegangen sein. Darüber hinaus kann die Behandlung einer lahmen Kuh bis zu 450 Euro pro Jahr kosten. Die Ergebnisse aus dem Projekt `Efficient Cow‘ zeigten, dass Lahmheiten und Klauengesundheitsprobleme ein oft unterschätztes Problem in den österreichischen Rinderherden sind.

Gemeinsam gesunde Klauen stärken

Das Projekt Klauen-Q-Wohl wird über die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) gefördert und setzt sich aus Folgenden Partnern zusammen:

  • Arbeitsgemeinschaft österreichischer Klauenpfleger,
  • Landeskontrollverbände,
  • S.E.G. Informationstechnik GMBH,
  • Tiergesundheitsdienst Salzburg,
  • Landwirtschaftskammer Österreich,
  • VetMedUni Wien,
  • Universität für Bodenkultur sowie die ZAR mit der ZuchtData EDV-Dienstleistungen GmbH.

Klauengesundheit im Fokus

Mithilfe des Projekts sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Aufbau einer standardisierten Dokumentation und zentralen elektronischen Erfassung von Klauenpflege- und Lahmheitsdaten,
  • Tools zur einfachen mobilen Erfassung von Klauenpflegedaten und Lahmheiten für LandwirtInnen,
  • Auswertung der Daten für die Optimierung des Herdenmanagements und der langfristigen züchterischen Verbesserung der Tiere,
  • Entwicklung von Managementtools für Klauenpfleger und Landwirte zur Überwachung der Tiergesundheit,
  • Entwicklung eines Klauen-Moduls im LKV-Herdenmanager,
  • Ausarbeitung einer Checkliste zur Erfassung von potenziellen Einfluss- und Risikofaktoren auf das Tierwohl und
  • Verbesserung des Tierwohls.
Mit Material von Rinderzucht Österreich (RDV)

Tipps zur Klauengesundheit Ihrer Milchkühe

Management und Controlling helfen, die Klauengesundheit zu optimieren. Klauengesundheit, Haltungssystem, Fütterung und Stoffwechselerkrankungen hängen zusammen. © Anneke Struck
Die haltungsbedingten Einflüsse auf die Klauengesundheit sind Schmutz, Verletzungsgefahren, Feuchtigkeit und Fehler in den Funktionsbereichen. © Anneke Struck
Eine stille Brunst ist kein Fehler der Kuh, sondern ein Haltungsfehler durch den Landwirt. © Anneke Struck
Schauen Sie auf die Laufgänge. Sind dort Rutschspuren zu erkennen, müssen sie besser abgeschoben oder saniert werden. © Anneke Struck
Hält eine Kuh den Kopf nach unten und geht langsam, ist das ein Zeichen dafür, dass sie den Boden genau im Blick haben muss, weil er rutschig ist, oder zu viele Kanten vorhanden sind. © Anneke Struck
Zwei Stunden nach dem Füttern müssen über 70 Prozent der Tiere liegen. Die Kühe sollten maximal 30 Sekunden vom Eintreten in die Box bis zum Ablegen brauchen. Eine Liegezeit darf die 1,5 Stunden nicht übersteigen. © Anneke Struck
Wichtig ist, dass die Gummiböden regelmäßig mit dem Mistschieber abgeschoben werden, damit die Tiere nicht wegrutschen und der Druck auf die Klauen minimiert wird. © Anneke Struck
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