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Milchproduktion

Ozeanien Milch: Starker Start in die neue Saison

© womue/fotolia
von , am
29.08.2012

Die Milchproduktion in den beiden ozeanischen Ländern Neuseeland und Australien startet erneut mit einem Produktionszuwachs in das neue Milchwirtschaftsjahr.

Die neuseeländischen Milchbauern haben ihre Produktion deutlich gedrosselt. © Mühlhausen/landpixel
In beiden Ländern geht jetzt der Winter und damit der Tiefpunkt der Produktion zu Ende. Das neue Milchwirtschaftsjahr beginnt in Neuseeland im Juni und Australien im Juli.
 
Erste Daten bestätigen den anhaltenden Wachstumskurs in Produktion und Export. Dabei erzeugen beide Länder im Vergleich zu Europäern und US-Amerikanern ihre Milch weitgehend extensiv oder zumindest mit deutlich mehr Raufutter und haben damit die Möglichkeit, die zuletzt sehr stark gestiegenen Futterkosten besser abzufedern.

Neuseeland: Wachstum setzt sich fort

Die Neuseeländer hatte das letzte Jahr mit einem Produktionsrekord von etwa 19,7 Millionen Tonnen (Mio. t) beendet. Dies bedeutete einen Zuwachs in der Milchproduktion von gut zehn Prozent.
 
Der erste Monat des neuen Wirtschaftsjahres beginnt erneut mit einem Rekordwert. Gut drei Prozent liegt die Milchproduktion im Juni über dem Vorjahr. Ein Grund ist die ausgezeichnete Verfassung der neuseeländischen Wiesen und Weiden und damit ausgesprochen günstige Voraussetzungen für weiteres Wachstum.
 
Außerdem wird die Produktion offenbar durch die weiter boomende Exportnachfrage angekurbelt. So berichtete der neuseeländische Milchkonzern Fonterra, das die Ausfuhr von Milchprodukten im Zeitraum Mai bis Juli einen neuen Rekordwert erreicht hat.
 
Insbesondere der Michpulverexport nach China wächst weiterhin sehr dynamisch. Analysten und Milchhändler rechnen vor diesem Hintergrund mit einem Produktionswachstum von vier bis fünf Prozent und damit erneut mit einem Produktionsrekord.

Australien: Angst vor El-Nino-Trockenheit

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
 
In Australien beginnt die neue Saison zwar einen Monat später (Juli) als in Neuseeland. Die Daten vom letzten Monat des alten Jahres (Juni) zeigen jedoch einen Produktionsvorsprung gegenüber dem Vorjahr von mehr als vier Prozent. Die Australier beendeten das alte Wirtschaftsjahr mit einem Produktionszuwachs von insgesamt 4,2 Prozent auf etwa 9,4 Mio. t.
Für die neue Saison rechneten Analysten bislang mit einem moderaten Wachstum. Allerdings nimmt in Australien die Sorge vor einer El-Nino bedingten Trockenheit zu. Diese Sorge wird durch die ausbleibenden Niederschläge in den Weizenanbaugebieten Westaustraliens eindrucksvoll bestätig. Sollte sich diese Trockenheit fortsetzten und sich möglicherweise auf den Osten des Landes ausweiten, könnte es sogar zu einem Rückgang der Produktion kommen. Dies war im letzten Jahrzehnt mehrmals der Fall.
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