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Verordnung in Niedersachsen

Paratuberkulose: Was Milchviehhalter jetzt wissen müssen

abgemagerte Kuh im Krankenstall
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Markus Pahlke, agrarheute
am
10.11.2017

Seit 1. November gilt in Niedersachsen die Pflicht alle Rinder über 24 Monate einmal im Jahr auf Para-Tb untersuchen zu lassen. Was kommt auf die Tierhalter zu?

Die Para TB-Verordnung in Niedersachsen verlangt nicht nur die Untersuchung der Tiere, sondern hat auch weitere Folgen für die Milchviehhalter. Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten.

Welche Tiere werden untersucht?

Alle Zuchtrinder über 24 Monate sind anhand von Einzelblut- und Einzelmilchproben oder von Bestandsmilchproben zu untersuchen. Dafür werden die Proben genutzt, die ohnehin zur Untersuchung auf das „Bovine Herpesvirus Typ 1" (BHV1) genommen werden müssen. Ausgenommen von der Untersuchungspflicht sind die Zuchtrinder von Mutterkuhbeständen.

Wie oft sind die Untersuchungen zu machen?

Einzelproben sind im Abstand von maximal zwölf Monaten, Bestandsmilchproben im Abstand von drei bis neun Monaten zu untersuchen.

Was passiert, wenn eine Probe positiv ist?

Weist die Bestandsmilch ein fragliches oder positives Ergebnis auf, müssen alle über 24 Monate alten Zuchtrinder des Bestandes innerhalb von zwei Monaten in einer Einzelprobe untersucht werden. Der Tierhalter muss die Untersuchungsergebnisse spätestens 14 Tage nach Erhalt der Veterinärbehörde schriftlich mitteilen. Es ist vorgesehen, dass diese automatisch von der Untersuchungseinrichtung an die Datenbank „Herkunftssicherungs- und Informationssystem Tiere" (HIT) übertragen werden. Kommt es bei der Einzeltieruntersuchung zu positiven Ergebnissen, muss der Tierhalter zusammen mit dem Tierarzt einen Hygieneplan erstellen. Dieser ist binnen eines Jahres auf dessen Wirksamkeit zu kontrollieren und eventuell zusammen mit dem Tierarzt anzupassen.

Wer übernimmt die Kosten?

Die niedersächsische Tierseuchenkasse übernimmt die Kosten für Probennahme und Laboruntersuchungen, die laut Verordnung vorgeschrieben sind. Die Kosten werden je zur Hälfte vom Land und von der Tierseuchenkasse getragen. Bei einem positiven Paratuberkulose-Befund werden auch die Kosten für die Biosicherheitsberatung übernommen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, am Paratuberkulose-Verminderungsprogramm der Tierseuchenkasse teilzunehmen, das auch die Entfernung positiv getesteter Tiere mit einer Beihilfe versieht.

Was ändert sich beim Kauf beziehungsweise Verkauf von Rindern?

Die Verordnung gibt vor, dass zur Zucht vorgesehene und über 24 Monate alte Rinder lediglich dann in einen Rinderbestand mit Zuchttieren eingestellt werden dürfen, wenn maximal zwölf Monate vor dem Einstellen bei einer Einzeltieruntersuchung keine Paratuberkulose festgestellt worden ist.

Warum soll untersucht werden?

Bei der Paratuberkulose handelt es sich um eine in Deutschland meldepflichtige Erkrankung. Die bakterielle Infektionskrankheit wird durch das Mycobacterium avium spp. paratuberculosis (MAP) verursacht. Dabei kommt es zu einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung bei Wiederkäuern.

Woran erkennt man die Krankheit?

Hauptsymptome sind anhaltende Durchfälle und eine fortschreitende Abmagerung der Tiere. Infizierte Rinder zeigen aufgrund der langen Inkubationszeit lange Zeit keine typischen Auffälligkeiten wie massiven unstillbaren Durchfall oder Abmagerung. Jedoch scheiden sie den Erreger bereits vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome in großem Ausmaß über den Kot sowie während der klinischen Phase auch über Milch und das Kolostrum aus. Das Infektionsrisiko ist sehr hoch.

Wann stecken sich die Tiere an?

Die Ansteckung erfolgt meistens im Kälberalter über die Aufnahme von Futter und Wasser, das mit dem Kot infizierter Tiere verschmutzt ist. Ganz entscheidend für die Gesundheit der Rinder ist insbesondere eine gute Kälberhygiene.

Was soll mit der Untersuchung erreicht werden?

Die nun in Kraft tretende Verordnung soll den Gesundheitsstatus in Rinderbeständen verbessern sowie eine mögliche Weiterverbreitung der Paratuberkulose in Zuchtbetriebe vermindern und verhindern.

Mit Material von Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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