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Niedersachsen

PETA stellt Strafanzeige gegen Milchviehbetrieb im Landkreis Goslar

Kühe am Futtertisch
am Mittwoch, 08.01.2020 - 09:27 (Jetzt kommentieren)

Nach dem Bekanntwerden der Missstände auf einem Milchviehbetrieb im Landkreis Goslar hat die Tierschutzorganisation PETA Strafanzeige gegen den Landwirt gestellt.

Nach dem Bekanntwerden der erschreckenden Zustände in einem Milchviehbetrieb im niedersächsischen Landkreis Goslar Mitte Dezember 2019 griff zunächst der Landkreis durch und sprach ein Tierhaltungverbot gegen den Landwirt aus, agrarheute berichtete. Auf dem Hof wurden verwahrloste und vernachlässigte Rinder vorgefunden. Zudem gingen die Polizei und das Veterinäramt Hinweisen nach und entdeckten auf dem Grundstück mit Silageballen und Autoreifen abgedeckte Kadaver und Knochen verendeter Rinder. Nun wurde bekannt, dass die Tierschutzorganisation PETA Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen den Landwirt gestellt hat.

Die Organisation veröffentlichte zu der Anzeige am Dienstag (8. Januar 2020) eine Pressemitteilung. Demnach habe eine anonyme Person PETA im Dezember 2019 Hintergrundinformationen zu dem Milchviehbetrieb aus dem Landkreis Goslar zukommen lassen. Die Rinder haben sich aufgrund der bauchhohen Kotberge kaum mehr in ihren Stallungen bewegen können. „Eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Klauen und Gliedmaßen“, erklärt die Organisation. Zudem seien auf dem Gelände skelettierte Tierkadaver gefunden worden. Durch eine defekte Güllepumpe sei es zu unzumutbaren Hygienebedingungen gekommen. Zwei Kühe befanden sich in einem so schlechten Zustand, dass sie notgetötet werden mussten. PETA wirft dem Landwirt mehrfachen, wiederholten und lang andauernden Verstoß gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und der Tierschutznutztierhaltungsverordnung vor und erstattete Ende Dezember Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen den verantwortlichen Landwirt.

Massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

Die Organisation wirft dem Betrieb mehrere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor. Der Landwirt habe aus Rohheit gehandelt. Zudem habe die vom Landkreis Goslar vorgenommene Durchsuchung der Anlage eindeutig ergeben, dass die Haltungsumstände der Rinder tierschutzwidrig gewesen seien. Zum anderen hat der Beschuldigte den massiv vernachlässigten Tieren über einen längeren Zeitraum hinweg erhebliche Leiden und Schäden zugefügt. Auch wenn der Landkreis eine Durchsuchung der Stallungen durchgeführt und ein Tierhalteverbot verhängt hat, zeigen die bereits seit mehreren Jahren dokumentierten Missstände in diesem Betrieb PETAs Ansicht nach ein völlig fehlendes Unrechtsbewusstsein und kaum Bereitschaft, die permanente Tierquälerei zu beenden.

Mit Material von regionalgoslar.de

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