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Plötzlich Bäuerin: Von der Filialleiterin zur Landwirtin

Als Karin den Bauer Sepp aus Mühldorf kennenlernt, sind zunächst alle skeptisch: Von der modebewussten Filialleiterin zur Landwirtin - kann das klappen? Es kann! Die 53-jährige ist mit Leib und Seele Bäuerin. Dabei hätte sie sich das früher niemals vorstellen können.

am Mittwoch, 23.09.2020 - 05:00

"Mein Glas ist immer halbvoll, niemals halb leer", erklärt Karin Mayerhofer ihr Lebensmotto. Seit 1999 ist sie Landwirtin. 62 Milchkühe und 80 Jungtiere versorgt sie gemeinsam mit ihrem Mann Sepp auf einem Bauernhof in Mühldorf am Inn. Dafür arbeitet sie bis zu 14 Stunden am Tag. "Ich bin mit Leb und Seele Bäuerin", sagt sie. Das hätte sie sich früher niemals vorstellen können.

Geboren und aufgewachsen ist die 53-jährige Karin Mayerhofer in der Nähe von München. "Ich war ein absolutes Wunschkind meiner Eltern", sagt sie. Doch mit der Zeit legte sich ein Schatten über die Familie. Ihr Vater Horst verfiel zunehmend dem Alkohol. 1972 erkrankte ihre Mutter an Unterleibskrebs und musste sieben Wochen lang ins Krankenhaus.

Schwierige Kindheit in München

In dieser Zeit versoff der Vater das Geld des gemeinsamen Kontos. Ihre Mutter zog die Konsequenzen und verließ den Vater. Zusammen mit Karin und ihrer Schwester zog sie in eine Notunterkunft nach München. "Diese Armut war schlimm", sagt sie. In der Schule war Karin eine mittelmäßige Schülerin. Sie schloss die Schule mit dem Hauptschulabschluss ab.

Karin war 15, als ihre Familie endlich eine normale Wohnung bekam. Mit 19 zog sie nach Anzing und begann eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau bei der Supermarktkette Katra. Danach wurde sie sofort stellvertretende Marktleiterin. Ein Jahr später leitete sie bereits eine eigene Filiale in Poing. In dieser Zeit lernte sie auch ihren ersten Mann kennen.

Liebe auf den ersten Blick

Schon damals hatte sie immer Tiere, etwa Katzen und einen spanischen Riesenesel. 10 Jahre lang führte sie ein klassisches Familienleben und bekam zwei Kinder. "Mein Mann hat sich immer gut um mich gekümmert", sagt sie. Doch irgendwann lebten sich die Eheleute auseinander.

Bei einem Grillfest in Tüssling lernte sie schließlich Sepp Mayerhofer aus dem Nachbardorf kennen und verliebte sich sofort in ihn. Kurz danach zeigte ihr Sepp seinen Milchviehstall. "Der Hof und die Tiere haben mir so gut gefallen", sagt Karin Mayerhofer. "ich habe ihm einen Kuss gegeben und gesagt, weißt du was, dich heirate ich." 

Dann ging alles recht schnell. Karin zog drei Monate nach dem Kennenlernen zu Sepp auf den Hof. Wenig später heirateten die beiden. Mit dem Umzug und der Hochzeit begann Karins neues Leben als Bäuerin. Mehr dazu im Video.

Wenn der Partner plötzlich ins Koma fällt