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Ratgeber

Praktiker-Tipps: So halten Sie Wildschweine auf Abstand

Wildschwein-Schaden
© Peter Wilke
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Katharina Krenn , agrarheute
am
03.05.2018

Wildschweinschäden sind für viele ein ständiges Ärgernis. Vor allem die Maisbauern sind jedoch erfinderisch, wenn es um die Vergrämung der Schwarzkittel geht. 7 Tipps gegen Wildschweine.

Insbesondere auf Maisschlägen randalieren die Schwarzkittel gerne. Sie sind nicht nur ein willkommenes Nahrungsangebot, sondern bieten auch guten Sichtschutz. So mancher hat den Maisanbau deshalb eingestellt. Andere erzielen mit ihren Anti-Schwarzkittel-Maßnahmen gute Erfolge. Das machen die Berufskollegen gegen die Rotten.

Tipp 1: Elektrozaun mit 3 Drähten

Mit einem Elektrozaun halten einige Ackerbauern die Schwarzkittel aus dem Feld. Der Zaun sollte jedoch mit drei Drähten in einer Höhe von 20, 40 und 60 Zentimeter über dem Boden bespannt sein. Damit wird vermieden, dass Frischlinge unterhalb des Zauns durchschlüpfen und große Sauen diesen überspringen. Allerdings sollte der Schlag regelmäßig kontrolliert werden, falls sich doch mal eine Sau Zutritt verschafft oder die Batterie für das Weidezaungerät geklaut wurde (schrieb uns ein User).

Tipp 2: Stänkermittel

So mancher setzt auf Vergrämungsmittel wie beispielsweise Hukinol. Das Stänkermittel wird auf Lappen geträufelt und an Pfählen im Abstand von 10 bis 20 Metern aufgehängt. Beim Öffnen Handschuhe tragen, empfiehlt ein Praktiker. „Es stinkt fürcherlich“. Daher ist auch von einer Anwendung in bewohnten Gebieten abzuraten.

Tipp 3: Chilibeize

Ein Landwirt berichtet: „Seitdem wir Chilibeize einsetzen gibt es kaum noch Probleme.“ Beizen mit Chili soll auch gegen Vogelfraß helfen. 

Tipp 4: Fraßmittel mit Chili

Chili wird auch bei einem Fraßmittel eingesetzt. Am Feldrand werden die Pellets mit Aromastoffen auf dem Boden verteilt. Das Chili bekommt den Schwarzkitteln nicht gut. Die Lernfähigkeit der Tiere führe dazu, dass die behandelte Fläche von der gleichen Rotte für einen längeren Zeitraum von rund 6 bis 8 Wochen nicht mehr begangen wird, so das Herstellerfazit.

Tipp 5: Kalkstickstoff als Unterfuß-Düngung

Mit Kalkstickstoff als Unterfuß-Düngung versuchen einige Maisbauern die Sauen fernzuhalten. Es soll gegen das Ausheben der Maissaat helfen. Später kann man den Kalkstickstoff auch am Rand ausstreuen. Andere streuen Schwefellinsen. Muss jedoch bei Niederschlag erneuert werden.

Tipp 6: Aussaat einer Ablenkfütterung

Die Pflanzung einer Ablenkfütterung ist eine weitere Abwehrmethode. Dafür säen die Ackerbauern am Feld- und Waldrand spezielle Saatgutmischungen, die für Wildschweine besonders attraktiv sind ( z. Bsp. Ackerbohne, Buchweizen, Perserklee, Futterkohl, Sommerraps, Futtererbse, Gelbhafer). Allerdings sollte die Aussaat frühzeitig geschehen, damit die Ablenkfütterung einen Vegetationsvorsprung hat. Alternativ können frühreife Maissorten gesät werden.

Tipp 7: Künast-Scheuche

Ein User schreibt uns: „Wir haben Vogelscheuchen aufgestellt und Gesichter von Künast und Claudia Roth drauf gemacht.“  Optische Maßnahmen helfen nur sehr kurzfristig, denn die Wildschweine gewöhnen sich schnell daran. Mit den grünen Gesichtern könnte der Effekt vielleicht etwas länger halten.

Wildschäden: So sieht es auf den Feldern der User aus

Spuren von Wildschweinen auf dem Ackerboden
Das Thema "Wildschaden" wird auf unserer Facebookseite diskutiert und betroffene User laden ihre Bilder hoch. Auch Michael hat seinen Wildschaden dokumentiert. Lesen Sie, wie Sie Wildschweine auf Abstand halten. © Michael Wurzer
Spuren von Wildschweinen auf dem Ackerboden
Florian hat es besonders getroffen. Daraufhin zog er einen Wildzaun um den Schlag und nun wird ihm ständig die Batterie geklaut. Ein Jäger nimmt ihm allerdings die Hoffnung, dass ein Zaun die Wildschweine vertreibt und schreibt: "Florian, ich bin Jäger und kann dir persönlich berichten das du Sauen mit 2 Drähten E-Zaun weder aus- noch einsperrst". © Florian Will
Spuren von Wildschweinen auf dem Ackerboden
Andrea musste nach diesem Wildschaden 10 Hektar Mais nachlegen. © Andrea Feldmann
Spuren von Wildschweinen auf dem Ackerboden
Bei Tschid schädigten die Wildschweine 6 Hektar ungebeizten Biomais. © Tschid
Spuren von Wildschweinen auf dem Ackerboden
Bei Tobias nützte allerdings auch die Beize nichts... © Tobias Niedermair
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